Erneut hohe Steuernachforderungen an russischen Ölkonzern

2. Mai 2005, 11:31
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Nach Yukos ist nun BP-Tochter im Visier der Finanz - "Sehr böse Überraschung"

Moskau - Nach dem Yukos-Konzern sieht sich ein weiterer russischer Ölproduzent mit hohen Steuernachforderungen konfrontiert: Der Konzern TNK-BP, der zur Hälfte dem britischen Ölriesen BP gehört, soll für das Jahr 2001 umgerechnet 610,4 Millionen Euro nachzahlen. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. "Das ist eine sehr böse Überraschung", zitierte die Nachrichtenagentur Dow Jones TNK-BP-Geschäftsführer Viktor Wekselberg. "Wir werden versuchen, unsere Position vor Gericht zu verteidigen."

Beobachter rechnen allerdings nicht damit, dass sich der Fall Yukos wiederholt. Yukos hatte zuletzt 21 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen sollen, die wichtigste Produktionstochter Yuganskneftegas wurde schließlich zwangsversteigert. Gegen den früheren Yukos-Chef Michail Chodorkowski läuft ein Strafverfahren, die Urteilsverkündung wurde am Montag auf den 27. April terminiert. Viele Beobachter werfen dem Kreml vor, mit den Verfahren gegen Chodorkowski und sein früheres Unternehmen politische Absichten verfolgt zu haben. Chodorkowski hatte bis zu seiner Festnahme im Oktober 2003 offen oppositionelle Gruppen unterstützt. (APA/AP)

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