AS will Estonian Air und Air Baltic ganz

9. Mai 2005, 14:23
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Polnische Centralwings will nach Wien

Kopenhagen/Warschau - Die Konsolidierung in Europas Luftfahrt schreitet nach der Übernahme von Swiss durch Lufthansa weiter voran. Die enorm unter finanziellen Problemen leidende skandinavische Fluglinie SAS sucht Wege, um den immer stärker werdenden Druck der Billigfluglinien standhalten zu können.

SAS, welche 49 Prozent an der estnischen Estonian Air und 47,2 Prozent an Air Baltic aus Lettland besitzt, möchte schnellstmöglich die restlichen Anteile übernehmen.

"Wir investieren in diese beiden Airlines um deren günstige Kostenstruktur auf unserem Streckennetz als Billigfluglinien einzusetzen", erläutert Jörgen Lindegaard, Präsident und Vorstandschef der SAS, im Gespräch mit dem STANDARD.

Sekundäre Routen

Sein Plan ist, beide Airlines ab Stockholm und Kopenhagen auf sekundären Routen innerhalb Europas einzusetzen. Jene Strecken, wo die Kostenstruktur der SAS im harten Wettbewerb mit den Billigfluglinien das Nachsehen hat.

"Dazu benötigen wir deren hundertprozentige Eigentümerschaft." Zudem sollen Estonian Air und Air Baltic als künftige Regionalmitglieder in der Star-Alliance, "ähnlich wie unsere finnische Gesellschaft Blue1, aufgenommen werden", so Lindegaard.

Auch die polnische Fluglinie LOT sucht Wege der Kostenreduktion und hat im Februar die Billigfluglinie Centralwings gestartet. Centralwings, die derzeit Charter-und Low Cost Flüge absolviert, soll künftig auch jene Routen von LOT übernehmen, die der Muttergesellschaft aus Kostengründen zu teuer werden.

"Das kann auch die Strecke Warschau-Wien betreffen", sagte Centralwings-Chef Piotr Kociotek. (Kurt Hofmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.04.2005)

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