Constantia wird nicht verkauft

2. Mai 2005, 12:44
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Schweizer boten 400 Millionen Euro - Gewinn 2004 um 32,6 Prozent gesteigert

Wien - Nach wochenlangen Diskussionen steht nun fest: Die Constantia Privatbank wird in den nächsten fünf Jahren definitiv nicht verkauft, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Prinz Michael von und zu Liechtenstein am Montag. Das Interesse am Institut, das im Eigentum der H. Turnauer Stiftung von Christine de Castelbajac (der Tochter des 2000 verstorbenen Herbert Turnauer) steht, sei groß gewesen. Renommierte Unternehmen seien an den Eigentümer herangetreten. Dem Vernehmen nach lag das höchste Gebot bei mehr als 400 Mio. Euro und kam aus der Schweiz. Liechtenstein begründete die Entscheidung mit den stabil steigenden Erträgen, die auch in Zukunft erwartet werden.

Rekordergebnis

Die Constantia Privatbank hat in den vergangenen sechs Jahren den Gewinn fast verzehnfacht. 2004 erreichte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 29,7 Mio. Euro (plus 32,6 Prozent). Das verwaltete Vermögen kletterte im Vorjahr um 2,8 auf 10,8 Mrd. Euro.

Zweitwichtigste Kundengruppe neben den Privatkunden sind die Privatstiftungen. 2600 gibt es in Österreich, 20 Prozent davon bei der Constantia. Jährlich werden 50 bis 70 neue Stiftungen gegründet, deutlich weniger als zu Beginn des Stiftungsrechts, 1993. Bank-Vorstand Norbert Gertner erwartet vorerst keine steuerlichen Änderungen. Aber: "Was bei einem Regierungswechsel stattfindet, kann man nicht sagen", sagte Gertner.

Constantia-Chef Karl Petrikovics bekräftigte, dass das Hauptgeschäft der Bank in Österreich liegt. "Wir haben kein Interesse an Kunden aus dem Osten und an Steuerflüchtigen aus Deutschland." (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.4.2005)

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