Abofernsehen ohne Abonnement

3. Mai 2005, 14:46
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Italiener rufen mit der Wertkarte Spiele ihres Vereins aus dem kostenpflichtigen TV-Angebot ab - Premiere winkt ab, doch andere Pay-Anbieter drängen in den heimischen Markt

Wie bei B-Free, Klax & Co rufen Italiener mit der Wertkarte aus Trafik oder Tankstelle Spiele ihres Vereins aus dem kostenpflichtigen TV-Angebot ab. Premiere winkt ab, doch andere Pay-Anbieter drängen in den heimischen Markt.

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Silvio Berlusconis Mediaset bietet seit Jahresbeginn sogenannte Prepaid-Karten für drei Euro pro Fußballspiel an. Der Medienkonzern des Ministerpräsidenten nützt dafür laut Herald Tribune digitales Fernsehen über Hausantenne, dessen Ausbau die Regierung Berlusconi fördert. Um digitales Fernsehen – ob über Satellit, Kabel oder Antenne – zu empfangen, braucht es jeweils einen speziellen Decoder.

"Nicht denkbar" sind Prepaid-Karten für Premiere, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Sie verweist auf niedrige Monatsgebühren von 9,90 Euro in Österreich und fünf in Deutschland. Ausnahme sind die fleischlich orientierten Programme von Blue Movie, die in Deutschland ohne Abogebühr pro gesehenem Film mit sechs Euro abgerechnet werden.

Primacom drängt auf den heimischen Markt
Ein anderer Anbieter von Pay-TV drängt auf den österreichischen Markt: Der deutsche Kabelbetreiber Primacom gab bereits im Februar bekannt, er habe mit der ORF- Sendertochter ORS einen Vertrag über die Verbreitung eines "neuen digitalen Programmangebotes" namens Easy.TV in Österreich geschlossen. Easy.TV könnte nach Brancheneinschätzung auf Prepaid-Karten hindeuten. Primacom-Sprecher Thomas Chojnacki wiegelt ab: "Dazu kann ich Ihnen im Augenblick nichts sagen. Im Moment ist da noch keine Information, die wir rausgeben können." In Deutschland bietet die Primacom über Kabel Pay-Pakete mit Filmen, für Kinder, aber auch mit Erotik an.

Zusätzliche Satellitenkapazitäten

Die ORS hat erst zum Jahreswechsel zusätzliche Satellitenkapazitäten gemietet. Konkurrenz für Premiere dürfte die Anstalt nicht stören: Das Pay-TV hat dem ORF schließlich im Vorjahr die Übertragungsrechte an der Bundesliga weggekauft. Live bekommt die Spiele – mit wenigen Ausnahmen auf ATV+ – nur noch serviert, wer zumindest das passende Sportangebot von Premiere abonniert. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 12.4.2005)

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