„Nein“ zu Olympia 2014

15. April 2005, 17:50
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60% der Wähler in der Landeshauptstadt sind gegen Olympia.

Das Ergebnis steht fest: die Salzburger wollen keine Winterspiele 2014 in der Mozartstadt. 13.501 Wahlberechtigte, das sind 61,53 % stimmten bis Samstag gegen die Olympiabewerbung. Die Wahlbeteiligung lag bei 23%, mehr als bei der Volksbefragung (Salzburg Stadt 18%; Salzburg Land 19%).

"Soll sich die Stadt Salzburg dafür einsetzen, dass die Olympischen Winterspiele im Jahr 2014 in Salzburg stattfinden?" Diese Frage wurde den Salzburgern der Bundeshauptstadt vergangene Woche im Rahmen einer Bürgerbefragung gestellt. Stimmberechtigt waren alle Stadt-Salzburger mit vollendetem 16. Lebensjahr. Eine rege Beteiligung wurde erhofft und natürlich ein positives Ergebnis. Beides war leider nicht gegeben. Nur 23 % nahmen an der Befragung teil. Öffentliche Informations-Auftritte von Politikern der Stadt auf Märkten, Plätzen und Straßen, sowie die andauernde Präsenz des Themas in den Medien und Werbung der heimischen Spitzensportler konnten die Bürger also nicht in die Wahllokale locken. Und auch das Ergebnis war nach der vorangegangenen Volksbefragung im gesamten Bundesland keine allzu große Überraschung. 13.501 Wahlberechtigte sagten Nein zur Kandidatur für Olympia 2014.

Die Stadtbewohner ließen sich nicht von der Werbetrommel so mancher Politiker einlullen. Die Kontrapunkte überwogen bei der Wahlentscheidung.
* Zuschüsse der Steuerzahler
* Finanzielles Risiko liegt beim Veranstalter - der Stadt Salzburg
* Hoher Energieverbrauch und enorme Verkehrsprobleme
* Steigen der Grundstückspreise und Mietkosten
* Olympia als Kurzzeit-Event, keine längerfristige Wirkung auf den Arbeitsmarkt
* Chancen den Zuschlag tatsächlich zu erhalten gering (Südkorea Favorit)

Die Argumente der Befürworter konnten nicht überzeugen. Nur 39% empfinden die folgenden Punkte als positiv.
* Werbewert der Veranstaltung deckt alle anfallenden Kosten ab
* Bewerbung kostet jeden Salzburger nur fünf Euro
* 1800 neue Jobs von 2008 bis 2014
* 280 Millionen Euro mehr an Steuereinnahmen
* Stärkung des Images und langfristig verbesserte Hotelauslastung
* Infrastrukturschub für die Region im Bahn- und Straßenausbau sowie Sportbereich (zB multifunktionale Ball- und Eissporthalle in Liefering und den Ausbau der Eis-Arena im Volksgarten)

Das Ergebnis der Bürgerbefragung überrascht nicht. Bereits bei der vorangegangenen Volksbefragung am 03. April stimmten 61% der Stadtbewohner gegen Olympia. Auf dem Land sah es anders aus, da entschieden sich 60% für die Bewerbung.

Formell kann sich nur die Stadt für Olympia 2014 bewerben, deren Bevölkerung sich eindeutigen gegen die fünf Ringe ausgesprochen hat. Die Entscheidung darüber, wie es mit dem Projekt nun weitergeht, hat letztlich der Gemeinderat der Stadt Salzburg am 13. Juli 2005 zu treffen. (SAM/VIAN)

Dieser Beitrag wurde von Studierenden der Universität Salzburg in der Lehrredaktion Online Journalismus erstellt.
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