Freuds sittliches Betragen: "Musterhaft"

20. April 2005, 12:21
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Das Maturaprotokoll vom Begründer der Psychoanalyse wandert ins Staatsarchiv - der Vorzugsschüler maturierte 1873 in der Leopoldstadt

Wien - Dem Österreichischen Staatsarchiv wird heute, Montag, Nachmittag (17 Uhr) das Maturaprotokolls von Sigmund Freud zur dauernden Verwahrung übergeben. Freud, der Begründer der Psychoanalyse, dessen 150. Geburtstag im Jahr 2006 mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird, hatte im Juli 1873 am Leopoldstädter Real- und Ober-Gymnasium mit ausgezeichnetem Erfolg maturiert.

Musterhaft, vorzüglich, vorzüglich...

"Sittliches Betragen: musterhaft; Religionslehre: vorzüglich; Lateinische Sprache: vorzüglich; Griechische Sprache: vorzüglich; Deutsche Sprache: ausgezeichnet; Geschichte und Geographie: vorzüglich; Physik: vorzüglich; Allgemeine Naturkunde: lobenswert; Mathematik: vorzüglich; Propädeutik: vorzüglich". So sieht Freuds Ergebnis der "Maturitätsprüfung", enthalten im entsprechenden Band der Jahrgänge 1872 bis März 1878 des Gymnasiums, im Detail aus. Seine einstige Schule wurde 1989 in Sigmund-Freud-Gymnasium umbenannt. Schuldirektor Walter Jahn übergibt dem Österreichischen Staatsarchiv das Maturaprotokoll und erhält im Gegenzug ein vom Staatsarchiv exklusiv angefertigtes Faksimile des Protokolls.

Das Österreichische Staatsarchiv verwahrt historisches Archivgut der obersten Behörden des römisch-deutschen und des österreichischen Kaisertums vom Mittelalter bis zum Ende der Donaumonarchie und der Ersten und Zweiten Republik Österreich. Es gehört zu den größten und bedeutendsten Archiven der Welt und verwaltet über 1,200.000 Archivalieneinheiten. Darunter befinden sich über 450.000 geografische Karten und technische Pläne sowie mehr als 340.000 Bilddokumente. Dazu kommen etwa 800.000 Bände wissenschaftlicher Literatur der Bibliothek. (APA)

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Österreichisches Staatsarchiv

Sigmund Freud Gymnasium

Sigmund Freud Museum
Am Donnerstag (14.4.) wird im Museum das detaillierte Programm des Freud Jahres 2006 vorgestellt.
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    foto: österr. staatsarchiv/klomfar
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