"Wir erwarten kein Störfeuer mehr"

4. Mai 2005, 18:21
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Für Peter Gattermann, Leiter der Vergabekommission, ist das Klagenfurter EM-Stadion "auf Schiene" - Zeitplan kann eingehalten werden

Klagenfurt - Die Vergabe des Klagenfurter EM-Stadions an die Bietergemeinschaft Porr/Alpine Mayreder ist nicht mehr rückgängig zu machen. Nach dem Unabhängigen Verwaltungssenat in Kärnten (UVS) gilt es als ziemlich sicher, dass sich auch das Bundesvergabeamt (BVA) für unzuständig für Bietereinsprüche erklären wird. Auch wenn der Vorsitzende des BVA, Michael Sachs betont, es gäbe noch keine definitive Entscheidung des BVA.

Das Vergabeamt will eine rechtsgültige Entscheidung schriftlich bis spätestens 16. Mai vorlegen. Ändern kann sich an der Vergabe und am raschen Baubeginn des Stadions allerdings nichts mehr.

"Zeitfenster" mit Rechtsvakuum

Mit der Entscheidung des UVS, nicht zuständig zu sein, entstand ein Rechtsvakuum in einem Zeitfenster, das die Stadt Klagenfurt als "Bauherr" nutzte, um in einem eiligst einberufenen Sonderstadtsenat den Zuschlag an die Porr/Alpine Mayreder zu erteilen.

Nicht möglich ist der von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider neuerlich ventilierte Vorschlag, die Unterlegenen und damit die von ihm immer wieder ins Spiel gebrachte Strabag doch noch mit ins Boot zu holen. Denn im Vergabevertrag, der zwischen der Stadt Klagenfurt und der Porr geschlossen wurde, ist von einer Auftragsteilung mit anderen Bietern keine Rede. Auch nicht im diesbezüglichen Beschluss der Stadt Klagenfurt, der von Haiders Stadtmannschaft mitgetragen worden war. Zudem mussten die Subunternehmer ja für das Vergabeverfahren selbst bereits aufgelistet werden. Der Landeshauptmann habe sich in dieser umstrittenen Causa überhaupt plötzlich "sehr handzahm" gezeigt, verlautet aus der Umgebung der Stadtverantwortlichen.

Entschuldigung erwünscht

Von einer skurrilen Anfrage des Anführers der neuen orangen Partei berichtet der Leiter der Vergabekommission Peter Gattermann. Demnach habe Haider verlangt, dass sich die Vergabekommission bei Strabag-Boss Hans-Peter Haselsteiner entschuldigt. "Wofür", fragt sich Gattermann: "Weil er nicht gewonnen hat?"

Für ihn ist das Klagenfurter EM-Projekt nun endgültig auf Schiene. Es fehlt zwar noch die UVP, deren Abwicklung Sache des Landes Kärnten ist. "Aber da erwarten wir kein Störfeuer mehr. Ich glaube, dass jetzt alle Beteiligten vernünftig sein werden. Wir sind für die UVP jedenfalls sehr gut vorbereitet", sagt Gattermann. Der Zeitplan - für die UVP werden fünf bis sechs Monate eingerechnet - könne nun eingehalten werden. Bis Mai 2007 muss das Klagenfurter Stadion laut UEFA-Auflage fix und fertig sein. (stein, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10.4.2005)

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