"NÖ Bildungsumfrage" zum Pflichtschulsystem

8. Juli 2005, 10:26
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Fragebögen werden an Eltern von über 130.000 SchülerInnen versendet - Themen sind Gesamtschule, Fünftagewoche und Begabten- und Leistungsförderung

Eine Umfrage unter den Eltern der 130.220 niederösterreichischen Pflichtschulkinder hat die zuständige Landesrätin Christa Kranzl (S) in einer Pressekonferenz angekündigt.

Schülerzahlen senken

Dabei geht es unter anderem um die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl, generelle Einführung der Fünftagewoche oder gemeinsame Schule mit einem gemeinsamen Unterricht aller 6- bis 15-Jährigen bis hin zu Begabten- und Leistungsförderung.

Rücksendung bis Mai

Die Fragebögen werden demnächst ausgesendet, die Rücksendung soll bis Mai erfolgen. Die Aktion, die an allen 1.030 Pflichtschulen im Bundesland durchgeführt wird, wird sowohl vom NÖ Landesschulrat als auch vom Landesverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen unterstützt.

Vorbild Finnland

Kranzl verwies bei der Präsentation der "NÖ Bildungsumfrage 2005" auf die Vorzüge des finnischen Schulsystems. Österreichs 15- und 16-jährige Schüler seien im internationalen Vergleich bestenfalls Mittelmaß, erinnerte die Landesrätin laut einer Aussendung an die PISA-Studie über die Leistungen der Bildungssysteme von derzeit 41 Ländern.

VP-Kritik

Kranzl erneuere die 40 Jahre alte SPÖ-Forderung nach "Gleichmacherei" im Schulsystem, reagierte VP-Landtagsabgeordnete Erika Adensamer. Wenn Kranzl das finnische Modell wolle, "muss sie sich die Frage gefallen lassen, ob sie auch die 20 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, die es in Finnland gibt, in Niederösterreich haben will. Denn in Niederösterreich liegt die Jugendarbeitslosigkeit weit unter dem EU-Durchschnitt bei neun Prozent", so Adensamer. Das NÖ Schulsystem sei "top", die Zweitsprache ab dem ersten Schuljahr längst verwirklicht. Sprachliche Frühförderung gebe es darüber hinaus bereits in 95 Kindergärten. (APA)

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