Steirische FPÖ schließt Theresia Zierler aus

8. April 2005, 15:05
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Drei weiter Funktionäre müssen die Partei verlassen - Bleckmann, Tremmel und Grosz erhielten Bedenkzeit

Graz - Die Ausschluss-Welle in der FPÖ ging Donnerstag Nacht weiter: Bei der Sitzung des steirischen Landesparteivorstandes in Graz wurden vier Mitglieder aus der Landespartei ausgeschlossen. Die Landtagsabgeordneten Theresia Zierler und Kurt List, die bis zu den Landeswahlen im Herbst einen eigenen Klub bilden dürften, mussten ihre Entscheidung für Orange mit dem Abgang bezahlen. Weiters gehen müssen der Fürstenfelder Obmann und Haider-Freund Harald Fischl sowie der Grazer Stadtfunktionär Andreas Kohlfürst.

Vier weitere Mitglieder der steirischen FPÖ erhielten drei Tage Bedenkzeit: Die Nationalrats-Abgeordneten Magda Bleckmann und Mares Rossmann, Seniorenvertreter Paul Tremmel und der Deutschlandsberger Stadtparteichef und Ex-Sprecher von Sozialminister Herbert Haupt, Gerald Grosz.

Fischl, Tremmel und Kohlfürst fehlten bei der Sitzung. Die letzteren beiden verließen die Landesgeschäftsstelle am Grazer Griesplatz knapp vor Sitzungsbeginn. Bleckmann und Rossmann waren ebenfalls nicht anwesend, ebenso wie List und Zierler.

Im steirischen Landtag bilden nun fünf Mandatare unter Klubchefin Waltraud Dietrich die blaue Riege, Zierler und List firmieren künftig unter Orange. Zierler hatte allerdings schon vor einigen Monaten erklärt, nicht über den Herbst hinaus in der steirischen Landstube vertreten sein zu wollen.

Landesparteiobmann Leopold Schöggl bezeichnete die Stimmung im Parteivorstand als "hervorragend". Man wisse nun, wohin man gehöre, es habe einen Motivationsruck gegeben. Zu vier Funktionären habe man mit der Bedenkzeit bis Sonntag eine Brücke gebaut, die anderen vier hätten sich eben für Orange entschieden: "Man kann nicht für Sturm spielen und sich vom GAK zahlen lassen", bemühte Schöggl einen Fußballvergleich.

"Für mich selbst ist die BZÖ ab morgen kein Thema mehr, sondern nur ein politischer Mitbewerber", gab sich Schöggl selbstbewusst. Er sei "stolz und glücklich", dass sich so viele Freiheitliche weiter für Blau entschieden hätten, obwohl es ihm auch um jeden Mandatar leid täte. Die steirischen Delegierten am FPÖ-Bundesparteitag in Salzburg würden nun gut und gern 13 Prozent ausmachen.

Es habe bei der Vorstandssitzung breiten Raum für Diskussionen geben, ein Resultat sei die Entscheidung, dass laut Satzung eine vollständige Trennung der Landesgruppe von der Bundespartei wie in Vorarlberg nicht möglich sei. Es werde weiterhin Kontaktpunkte und Schnittstellen geben, aber man bereite eine Satzungsänderung bis zum Landesparteitag am 22. Mai vor, die noch mehr Unabhängigkeit bringen solle, sagte Schöggl. (APA)

  • Theresia Zierler muss sich von der FPÖ verabschieden.
    foto: christian fischer

    Theresia Zierler muss sich von der FPÖ verabschieden.

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