Abstauben mit dem Fußballgott

10. April 2005, 18:16
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Anfangs war nicht ganz klar, wovon Toni Polster da Donnerstagmorgen - am Tag des Spieles gegen Parma

Anfangs war nicht ganz klar, wovon Toni Polster da Donnerstagmorgen - am Tag des Spieles gegen Parma - sprach: Vom Fußball? Oder doch vom Putzen? Denn der General Manager der Austria motivierte ("Ich vertraue voll auf meine Mannschaft"), analysierte ("man muss immer alles geben") und erklärte, dass sich in einem funktionierenden Team keiner zu gut für "Drecksarbeit" sein dürfe ("da müssen alle gemeinsam Vollgas geben"). Sprach's, griff sich einen Putzlappen, öffnete die Vitrine und begann einen hübsch staubigen Pokal zu polieren - obwohl das streng genommen gar nicht sein Job gewesen wäre: Schließlich war es eigentlich Aufgabe der Schüler des Gymnasiums in der Wiener Kenyongasse, im Horr-Stadion als Charity-Putzer den Mopp zu schwingen. Und zwar im Rahmen des vom Putzunternehmen "Spontex" und der Kindernothilfe Österreich initiierten Projektes "Staub-Engel" "Staub-Engel": zugunsten von Straßenkindern in Peru wird da bei Bekannten oder Verwandten ein bisserl geputzt - und dann wird den Erwachsenen eine (hoffentlich nicht nur) kleine Spende abgenommen. In Österreich findet die Aktion heuer zum ersten Mal statt - und auch wenn bei der Austria jetzt ziemlich alles abgestaubt ist, können sich Schulklassen bis 20. April zum Putzdienst melden. Schließlich kann man ja auch anderswo Staub aufwirbeln. (DER STANDARD - Printausgabe, 8. April 2005)
  • Abstauben, was - einmal abgestaubt - gern und rasch Staub ansetzt: Polster und seine "Staub-Engel".
    foto: heribert corn

    Abstauben, was - einmal abgestaubt - gern und rasch Staub ansetzt: Polster und seine "Staub-Engel".

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