Kovats will in Spielberg 50 Millionen investieren

  • Artikelbild
    foto: apa/heinz weeber

A-Tec plant in Spielberg ein Investment zum Bau von Elektromotoren für die Autoindustrie - Mit Fördergeld sollen bis zu 300 Jobs entstehen

Wien/Graz - Der Industrielle Mirko Kovats will mit seiner A-Tec-Gruppe das Engagement in der Steiermark verstärken. Mit einem Investitionsaufwand von rund 50 Mio. Euro soll eine für die Autoindustrie maßgeschneiderte Produktion von Elektromotoren bei der Austria Antriebstechnik (ATB) in Spielberg etabliert werden. Ab 2008 könnten bis zu 300 zusätzliche Mitarbeiter in dem strukturschwachen Gebiet Beschäftigung finden. "Damit es dazu kommt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen", sagte Kovats. Gespräche mit dem Land Steiermark hätten stattgefunden.

Der steirische Wirtschaftslandesrat Gerald Schöpfer (VP) bestätigt: "Nach dem Rückzug von Red Bull vom A1-Projekt in Spielberg haben wir mit vielen Investoren gesprochen, auch mit der Kovats-Gruppe. Spielberg ist Ziel-2-Gebiet, Investitionen können entsprechend der EU-Richtlinien gefördert werden und das werden wir auch tun", sagte Schöffel dem Standard.

Elektromotoren für Weißwaren

Kovats hat die ATB 2001 gekauft. Sie ist spezialisiert auf Elektromotoren für Weißwaren – vom Kühlschrank bis zum Geschirrspüler. An acht Standorten im In- und Ausland setzten knapp 4000 Mitarbeiter im Vorjahr 181 Mio. Euro um (plus 20 Prozent), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verbesserte sich laut A-Tech-Vorstand Christian Schmidt um 46 Prozent auf 6,1 Mio. Euro. Am Standort Spielberg sind 760 Mitarbeiter beschäftigt.

"Die internationale Autoindustrie baut pro Jahr rund 2,5 Milliarden Elektromotoren ein – Tendenz stark steigend", sagte Schmidt. "Da wollen wir mitmischen." Für die neue Produktion könne ein Teil der bestehenden Werkshalle genutzt werden, außerdem gebe es noch Platz für eine zweite Halle auf dem Gelände.

Noch vor dem Sommer will Kovats für die A-Tec eine 150 bis 200 Mio. Euro schwere fünfjährige Anleihe platzieren. Zur A-Tec gehören neben ATB der Anlagenbauer Austrian Energy, der Werkzeugmaschinenspezialist Emco sowie die Montanwerke Brixlegg.

2006 an die Börse

Ein Börsengang der A-Tec, die im Vorjahr mit knapp 7200 Mitarbeitern ein EGT von 25,8 (2003: 10,9) Mio. Euro erwirtschaftet hat, sei für 2006 geplant. Mit einem voraussichtlichen Umsatz von 1,5 bis 17 Mrd. Euro habe man dann "eine interessante Größe" für die Investoren, sagte Kovats.

Weiter Interesse hat der Industrielle, der sich im Herbst von seinem 17-Prozent-Paket an der VA Tech getrennt hat, für die VA Tech Hydro in Weiz. Diese muss vom VA-Tech-Käufer Siemens aus kartellrechtlichen Gründen mit hoher Wahrscheinlichkeit abgegeben werden.

An der A-Tec Industries AG hält Kovats über eine Privatstiftung 50 Prozent plus eine Aktie. 42,5 Prozent minus eine Aktie sind im Eigentum seines Partners Ronny Pecik, mit 7,5 Prozent ist ATB-Vorstand Schmidt beteiligt. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.4.2005)

Link

ATB

Share if you care