Erste Klage in Phoenix-Skandal

26. Mai 2005, 19:52
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Geschädigter mit 200.000 Euro Verlust geht vor Gericht

Kassel/München - In einem der größten deutschen Fälle von Anlagebetrug bei der Phoenix Kapitaldienst GmbH klagt der erste Geschädigte gegen einen Anlagevermittler. Der Mann aus dem Raum Kassel habe rund 200.000 Euro verloren, weil er vom Vermittler falsch beraten worden sei, begründete die Münchner Kanzlei Rotter Rechtsanwälte am Donnerstag die Klage vor dem Landgericht Kassel. Obwohl der Kläger kein Interesse an spekulativen Anlagen hatte, sei ihm der höchst spekulative Phoenix Managed Account empfohlen worden.

Bei der Frankfurter Wertpapierhandelsbank Phoenix Kapitaldienst wurden nach Erkenntnissen des vorläufigen Insolvenzverwalters jahrelang Kontounterlagen mit einem Guthaben von mehr als 800 Mio. Euro manipuliert. Rund 30.000 Anleger sollen insgesamt um mehrere hundert Mio. Euro geschädigt worden sein. Die deutsche Finanzaufsicht hatte der Anlagefirma Mitte März den weiteren Geschäftsbetrieb untersagt. Das Amtsgericht Frankfurt eröffnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren.

Die Münchner Kanzlei vertritt nach eigenen Angaben einige hundert Phoenix-Geschädigte. Weitere Klagen gegen Anlagevermittler seien in Vorbereitung. (APA/dpa)

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