Suchmaschinen wissen mehr über uns, als wir wissen

9. April 2005, 14:54
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Wissen wir, was die Suchfirmen über uns wissen? Es ist mitunter nicht wenig

Bei der Suche nach Informationen im World Wide Web sind Suchmaschinen für alle Internetnutzer zu unersetzlichen Partnern geworden. Doch während Google, Yahoo und Co sehr freimütig das von ihnen addierte Wissen bei einer Abfrage mit dem User teilen, ist es nicht so leicht durchschaubar, was sie über den Informationssuchenden wissen. Denn je mehr Services die Betreiber der populären Search-Engines ihren Kunden anbieten, die eine persönliche Anmeldung voraussetzen, umso leichter können nach Ansicht von Branchenbeobachtern und Datenschutzanwälten einzelne Anfragen mit einer bestimmten Person in Verbindung gebracht werden.

"Vorher nachdenken"

"Man sollte vorher darüber nachdenken, was man in eine Suchmaschine eingibt, denn der Vorgang erfolgt bei Weitem nicht so anonym, wie man annimmt", sagt dazu Danny Sullivan von der SearchEngineWatch.com in einem Bericht des renommierten Webmagazins Wired.

Zum einen sind da die Cookies, die auch von den Suchmaschinen gesetzt werden, um zu verfolgen, wann und wie lange bestimmte Websites von einem Besucher aufgesucht werden. Diese können jedoch keine Verbindung zur Person des Nutzers herstellen.

Keine Details

Wer sich jedoch bei Google, Yahoo etc. für Dienste wie etwa kostenloser E-Mail-Account oder News-Alert registriert, gibt mit der Bekanntgabe von Name, Alter, Wohnort etc. naturgemäß seine Anonymität preis. Und von den Suchmaschinenbetreibern wird nicht geleugnet, dass Cookies auch zwischen den einzelnen Serviceangeboten miteinander verknüpft werden können. Details dazu werden natürlich nicht bekannt gegeben.

In ihren Datenschutzerklärungen betonen die Suchunternehmen allerdings, dass sie - ohne Zustimmung - keine personenbezogenen Daten an andere Firmen oder Personen verkaufen. Die aufgezeichneten Daten dienten dazu, den Nutzern maßgeschneiderte Angebote machen zu können.

Doch selbst Datenschutzanwälte geben - wenn auch ungern - zu, dass sie trotz aller Bedenklichkeiten auf Annehmlichkeiten wie etwa Googles Gmail-Dienst nicht verzichten möchten.(kat/DER STANDARD, Printausgabe vom 7.4.2005)

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