Keine Klagen von Privaten erwartet

2. Mai 2005, 13:31
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Dr. Richard, Blaguss und Sabtour kritisieren Privatisierungsprozess, schließen rechtliche Schritte aber weitgehend aus

Wien - Der Teilverkauf von Postbus und Bahnbus wird offenbar ohne weitere juristische Streitigkeiten über die Bühne gehen. Nachdem die großen heimischen Busfirmen Blaguss, Dr. Richard und Sabtours, die federführend auf die Teilprivatisierung gedrängt hatten, nicht zum Zug kommen dürften, war spekuliert worden, dass die drei neue rechtliche Schritte ergreifen könnten. Führende Vertreter dieser Unternehmen haben das am Mittwoch aber auf APA-Anfrage ausgeschlossen.

Grundsätzlich blieben die drei Privaten dabei: Der Postbus-Inhaber ÖBB habe nur mangelhafte Informationen an die Bieter gegeben, insbesondere die Personalkosten seien nur unzureichend aufgelistet worden. Dadurch sei man gezwungen gewesen, Angebote mit Risikoabschlägen zu legen, die dann offenbar nicht mehr die Bestgebote gewesen seien. Außerdem, kritisiert ein Bewerber, sei sein Unternehmen von völlig anderen Voraussetzungen ausgegangen - nämlich dass Erlöse, Strecken und Personal zu einem fairen Drittel aufgeteilt würden. Die Realität sei aber gewesen, dass von Seiten der ÖBB ein Viertel der Kilometer zu einem Sechstel der Erlöse angeboten wurde.

Richard: "Postbus am Zug"

Busunternehmer Ludwig Richard sieht nun den Postbus am Zug. Sollte man an ihn herantreten um über die bereits abgegebenen und bisher nicht besprochenen Angebote doch noch verhandeln zu wollen, dann sei er dazu bereit - ansonsten "ist der Fall für mich erledigt", erklärte Richard. Klage gegen das Vergabeverfahren will er keine einbringen.

Ebenso ein anderer der drei Unternehmer, der meint: "Wir warten nach wie vor auf eine Antwort der Postbus AG. Grundsätzlich sind wir nach wie vor gesprächsbereit." Entgegen den Aussagen der Postbus-Führung sei man auch bereit, zu einem seriösen Preis das Personal mitzuübernehmen. Sollte es aber zu keinem Verkaufsabschluss kommen, sehe man das "wertneutral". "Ein besonders dicker Fisch geht uns nicht durchs Netz", meint der Firmenvertreter, der nicht genannt werden möchten.

Wenig Erfolgsaussichten für Wiederaufnahme vor Kartellgericht

Eine Klage schließt auch er aus. Dafür fehle wahrscheinlich die Grundlage. Auch eine mögliche Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Kartellgericht, das dem Postbus-Bahnbus bereits keine marktbeherrschende Stellung bescheinigt hat, hätte nach Einschätzung des namhaften Konkurrenten wohl wenige Aussichten auf Erfolg. (APA)

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