Gründen ist nicht nur ein Traum

22. März 2007, 14:46
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Aus vagen Vorstellungen muss erst eine konkrete Idee werden, damit die Gründung erfolgreich über die Bühne geht

Der Traum vom Selbständig-Sein ist der Beginn jeder UnternehmerInnen-Karriere - sofern sie nicht quasi von einer Generation auf die nächste vererbt wurde. Um den Gründungstraum zu verwirklichen, muss man ihm aber konkretere Formen geben.

Abhängigkeiten

Zuerst einmal macht es Sinn, sich über die eigene Motivation klar zu werden. Manche haben eine alte Stelle aufgegeben, weil sie mit ihr nicht zufrieden waren. Die Gründe der Unzufriedenheit gilt es zu analysieren, um daraus Lehren für das UnternehmerInnen-Dasein zu ziehen. So kann es problematisch sein, den Schritt in die Selbständigkeit zu setzen, weil "man da endlich unabhängig von anderen ist". Denn auch als UnternehmerIn ist man von MitarbeiterInnen, KundInnen, LieferantInnen, Banken, GeschäftspartnerInnen und GesetzgeberInnen abhängig, die teilweise großen Einfluss auf das Handeln nehmen können.

Keine Erfolgsgarantie

Andere suchen in der Unternehmensgründung den Ausweg aus der Arbeitslosigkeit, es gibt dafür spezielle Coachings des Arbeitsmarktservice (AMS) und des Gründerservice der Wirtschaftskammer. Die Selbständigkeit sollte jedoch nicht als Rettungsseil verstanden werden: Unternehmerisch tätig zu sein, ist mit Risiken verbunden. Spezifische Förderungen für Arbeitslosen-Gründungen sind bestenfalls eine Starthilfe, aber keine Kapitalgrundlage.

Visionen

Andere GründerInnen haben schon eine bestimmte Idee, die sie als erfolgsversprechend beurteilen. Hier ist es ratsam, sich langfristige Vorstellungen über das Unternehmen zu machen. Fragen wie "Wo will ich in zehn Jahren mit meinem Betrieb stehen?" oder "Welche Bedürfnisse kann ich besser befriedigen als andere AnbieterInnen?" sollten dabei im Zentrum stehen. Geschäftsideen sind dann von Erfolg gesegnet, wenn der Markt ein Potenzial dafür bietet, und auch nur dann, wenn die Gründungsperson davon überzeugt ist.

Selbstanalyse

A propos Gründungsperson. Die persönlichen Voraussetzungen sollten vor der Gründung einer tief gehenden Analyse unterzogen werden. Neben der fachlichen Qualifikation sind Beharrlichkeit, gute Kontakte in der Branche, Führungserfahrung und Branchenerfahrung relevant. Es kann sich lohnen, dafür auch gute FreundInnen heranzuziehen. Sie sollen einstufen, wie es sich bei der Gründungsperson mit den Eigenschaften Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen, Fleiss, Kreativität und Aufgeschlossenheit verhält. Ein wichtiger Einflussfaktor ist aber auch eine private Beziehung: Wie steht der/die PartnerIn zu dem Entschluss, ein Unternehmen zu gründen?

Ein fataler Fehler ist es, sich gegen jede Hilfe von außen zu wehren. Es gibt Gründungsinitiativen, Interessensvertretungen oder Trainings, bei denen FirmengründerInnen Gelegenheiten haben, Erfahrungen auszutauschen und um Unterstützung zu ersuchen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Hilfen, sondern auch um Know-how-Erwerb, moralische Unterstützung und den Aufbau eines unternehmerischen Selbstbewusstseins. (mas)

  • Sich langsam vorzutasten, reicht bei Unternehmens-gründungen nicht aus. Ehrliche Analyse und langfristige grobe Planung dürfen nicht fehlen
    foto: epa/mcnaughton

    Sich langsam vorzutasten, reicht bei Unternehmens-
    gründungen nicht aus. Ehrliche Analyse und langfristige grobe Planung dürfen nicht fehlen

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