Psychische Krankheiten können Verlust des Bezugs zum eigenen Körper nach sich ziehen

13. April 2005, 14:37
3 Postings

Programm zur Verbesserung der Ernährungs- und Bewegungsgewohn­heiten Betroffener soll zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen

Wien - Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, verlieren nicht selten den Bezug zu ihrem eigenen Körper. Erschwerend hinzu kommen zum Beispiel Gewichtsveränderungen in Folge der Einnahme atypischer Antipsychotika. Letztendlich würden Menschen mit einer psychischen Erkrankung eine geringere Lebenserwartung als gesunde Menschen haben, hieß es am Mittwoch im Rahmen einer Enquete in Wien. Ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten unter dem Titel "Gesünder Leben leicht gemacht" soll daher zu einer Verbesserung der Lebensqualität aber auch zu einer Überwindung der krankheitsbedingten Isolation beitragen.

Experten stellten dieses Programm, das seit dem Jahr 2000 an der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg in Linz durchgeführt wird, auf der Enquete vor. Künftig soll "Gesünder Leben leicht gemacht" mit einem umfassenden Schulungsangebot auch für den ambulanten Bereich angeboten werden.

Tipps

Kernstück des Programmes bildet eine Broschüre, die sich mit den wichtigsten Themen zu ausgewogener Ernährung sowie Sport und Bewegung befasst. In dieser wird vor allem auf die Bedürfnisse der Erkrankten in einer "besonders schwierigen Lebensphase" eingegangen, so die Linzer Psychiaterin Dr. Margot Pühringer.

Ziel ist es unter anderem das Gespräch zum Thema Gewicht zwischen Arzt und Patienten zu erleichtern und zum anderen eine langfristige und einfach nachvollziehbare Möglichkeit zur Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung und damit zu mehr Lebensqualität anzubieten, meinte Elisabeth Tschuschnigg vom Pharmaunternehmen Eli Lilly Austria.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.