Österreichische Lösung "weitgehend gesichert"

2. Mai 2005, 13:31
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Postbus-Chef Frey: Nur für eines der 31 Paket ausländischer Interessent Bestbieter - Gewerkschaft sieht Bruch der Vereinbarung

Wien - Für den Teilverkauf von Postbus und Bahnbus ist eine österreichische Lösung weitgehend sichergestellt. 21 von 31 Paketen seien an österreichische Bieter verkauft worden. Auch die restlichen zehn würden nicht ausschließlich ins Ausland verkauft werden, erklärte ÖBB-Postbus-Geschäftsführer Paul Frey am Mittwoch vor Journalisten. Dem Vernehmen nach soll nur noch für eines der letzten zehn Pakete ein ausländischer Interessent Bestbieter sein. Dabei soll es sich um das französische Nahverkehrsunternehmen Keolis handeln.

Der Teilverkauf wird laut Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach noch vor dem Sommer 2005 abgeschlossen. Tatsächlich übergeben werden die Linien dann ab den Sommermonaten - bevorzugt in der schulfreien Zeit. Zu Fahrplanänderungen wird es dadurch aber nicht kommen, betonte Frey.

Gorbach zufrieden

Gorbach zeigte sich mit dem Privatisierungsprozess am Mittwoch ausdrücklich "zufrieden". Bisher sei es gelungen, eine rein österreichische Lösung zu verhandeln. Dieser Weg werde "so lange und soweit wie nur möglich forciert". Oberste Prämisse sei jedoch - darin sei man sich mit dem Postbus-Management einig - die Übernahme und Absicherung des Personals, so Gorbach in einer Aussendung.

Die drei größten österreichischen Interessenten, Dr. Richard, Blaguss und Sabtours, waren zuletzt als Bestbieter ausgeschieden. Sie hatten sich geweigert, mit den Postbus-Linien auch das zugehörige Personal zu übernehmen. Die Sicherung der Arbeitsplätze sei aber "unabdingbare Voraussetzung" für den Verkauf an einen Bieter gewesen, so Gorbach.

Betriebsrat sieht Bruch der Vereinbarung

Kritik kommt dennoch von der Gewerkschaft. Der Verkauf auch nur eines einzigen Paketes ins Ausland sei gegen die Vereinbarung, sagte der Postbus-Betriebsratschef Robert Wurm am Mittwoch zur APA. Betriebsräte und Gewerkschaft würden morgen, Donnerstag, über "die weitere Vorgangsweise beraten, um dies zu verhindern". Gorbach habe eine rein österreichische Lösung zugesichert, so Wurm.

Der Betriebsrat forderte den sofortigen Abbruch des Teilverkaufsverhandlungen. Die Privatisierung sei ausschließlich auf Drängen von Richard, Blaguss und Sabtours erfolgt. Nach deren Rückzug liege es an Gorbach, "den Teilverkauf sofort einzustellen", meint der Gewerkschafter. (APA)

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