Trennlinie zieht sich quer durch alle Landesorganisationen

6. April 2005, 14:42
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Oberösterreich will Wechsel nicht vollziehen, Tirol auch innerhalb des Klubs gespalten - Mit Infografik

Die Trennlinie zwischen BZÖ und FPÖ zieht sich quer durch die Landesorganisationen. Erbittertste Gegner des neuen Bündnisses sind die Oberösterreicher. Sie wollen als Freiheitliche Partei weiter bestehen. "Wir sind die älteste Landesorganisation und haben von Anbeginn an ein eigenes Statut. In einem außerordentlichen Parteitag werde ich der Basis den Vorschlag unterbreiten, den Wechsel zu BZÖ nicht zu vollziehen", so Landesparteiobmann Günther Steinkellner im Standard-Gespräch. Er gehe "prinzipiell davon aus", dass dieser Vorschlag breite Zustimmung erfahre. Mögliche inhaltliche Abstimmungen mit dem orangen Haider-Bündnis werden in den nächsten Tagen "Teil von Verhandlungen" sein.

Die Kärntner Freiheitlichen wollen offensichtlich noch abwarten. Vorerst bleibt man lieber noch ein eigenständiger Verein. Als solcher werde man aber das BZÖ unterstützen, sagt der Kärntner FPÖ-Chef Martin Strutz. Und beim Kärntner Sonderparteitag am 14. April soll der formale Beitritt zur neuen Dachorganisation erfolgen. In der Basis herrscht Verwirrung. Schließlich hat auch Andreas Mölzer angekündigt, in Kärnten eine Landesgruppe der alten FPÖ gründen zu wollen.

In Vorarlberg stehen die Zeichen auf Farbwechsel. Die dominierende Farbe auf den Plakaten zur Gemeindevertretungswahl am Sonntag ist orange, viele der einst blauen Gemeindelisten verzichten auf das Kürzel FPÖ. Sogar in der freiheitlichen Hochburg Lustenau sind die drei Buchstaben FPÖ verschwunden. Bürgermeister Hans-Dieter Grabher kandidiert mit einer eigenen Liste. Kritik am Wechsel der Parteispitze kommt aus Bregenz. Bürgermeister-Kandidat Werner Karg: "Gorbach und Co. hätten eine Woche warten können, bis unsere Wahl vorbei ist."

Steiermark wartet ab

Verärgerung auch in der Steiermark: "Eine Partei kann man ja nicht ausschalten wie ein Hoflicht", sagt Leopold Schöggl, Landeschef und einstig Haider-Fan. Er will erst abwarten, bevor entschieden werde, ob künftig ein blauer oder orangefarbener Sitz in der Landesregierung vertreten sein wird. Abgeordnete Mares Rossmann sieht das anders: "Da gibt es nix zu überlegen. Manche brauchen länger, aber die werden alle dazu gehen."

In Tirol zeigen sich Parteiobmann Gerald Hauser und Klubchef Willi Tilg über die Klärung durch Trennung erleichtert. Tilg und der Landtagsabgeordnete Erich Rappold, sowie der Tiroler Nationalrat Klaus Wittauer wollen zu BZÖ wechseln. Hauser erwartet, dass eine Mehrheit der Mitglieder in der FP bleibt. (cms, hs, jub, mro, stein/DER STANDARD, Printausgabe, 6.4.2005)

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