Proteste gegen Böhler-Uddeholm Werbeinserat

25. April 2005, 15:58
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Inserat zeigt glatten nackten Frauenkörper, geworben wird für "sanft schneidende" Rasierklingen

Der Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm hat am Dienstag die Gemüter der ÖGB-Frauen erhitzt. Stein des Anstoßes: ein Werbeinserat in österreichischen Medien, das die ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits in einer Presseaussendung massiv kritisierte. Nach der Androhung, beim Werberat Beschwerde einzubringen, erklärte der Chef von Böhler-Uddeholm, Claus Raidl, gegenüber der APA, die Einschaltung wieder zurück zu ziehen: "Wir wollen hier keine Diskussion führen, wenn sich Frauen verletzt fühlen."

In dem Inserat "wird der weibliche Körper einzig als Sexobjekt dargestellt", hatten sich die ÖGB-Frauen zuvor empört. "Nackte Frauenbeine und ein nackter Po schlängeln sich durchs Bild." Im Text wird darauf verwiesen, dass Böhler-Uddeholm Bandstahl "so dünn auswalzen kann, dass man durch den Edelstahl fast Zeitung lesen kann" und diese "superfeinen" Dünnbandfolien auch bei "sanft schneidenden Rasierklingen eingesetzt werden".

Dieser Hinweis verschlimmere das Ganze noch, so Csörgits. "Durch Bild und Text wird eindeutig die Möglichkeit der Verletzung des Körpers durch die Rasierklingen angedeutet." Rasierklingen seien sicher nicht das Hauptgeschäft des Edelstahl-Konzerns. Csörgits: "Und wenn Böhler-Uddeholm unbedingt mit Rasierklingen werben will, warum zeigen sie dann nicht ein bärtiges Männergesicht?"

Raidl hielt zu seiner Werbekampagne fest: "Wir haben in dem Sujet das Künstlerische und Ästhetische gesehen und es für sehr schön gehalten." Er, Raidl, teile nicht die Meinung der ÖGB-Frauen. "Bei Wolford (Luxus-Wäschehersteller, Anm.) hat niemand Anstoß genommen, bei Böhler-Uddeholm schon." (APA)

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