Kupfer raus, Glasfaser rein

24. Mai 2005, 11:40
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Innovative Entwicklung aus Österreich erleichtert Kabelaustausch

Erfinder in Österreich haben es schwer. Denn oftmals finden sie im eigenen Land nur schwer Gehör für ihre Ideen. Eine Erfahrung, die der 37-jährige Ybbssitzer Alois Pichler teilen kann. Pichler hat eine Technologie entwickelt, die es nach seinen Angaben mit minimalem Kosten- und Arbeitsaufwand ermöglicht, in der Erde verbuddelte und in die Jahre gekommene Kupferleitungen im Handumdrehen durch moderne und leistungsstarke Glasfaserkabel auszutauschen. Vom 6. bis 10. April wird er seine "Kabel-X" genannte Technologie auf der 33. Internationalen Messe für Erfindungen in Genf dem internationalen Publikum präsentieren.

Schwieriger Austausch

Angeregt zu seiner Entwicklung wurde Pichler vor wenigen Jahren von der österreichischen Telekom Austria. Hintergrund war und ist, dass hochleistungsfähige Glasfaserkabel beim Datentransport auf dem Info-Highway, sprich Internet, einfach mehr leisten können als das herkömmliche Kupfer. Bei gröberen aktuellen Bauvorhaben ist das Verlegen von Glasfaserkabel zwar meist mitkalkuliert und berücksichtigt. Der Austausch in Ballungsräumen gestaltet sich jedoch schwierig, da dazu bisher ganze Straßenzüge aufgerissen werden mussten.

Bei der Pichler'schen Technik hingegen muss nur punktuell aufgegraben werden, konkret am Anfang und am Ende der gewünschten Strecke. Unter Druck wird ein spezielles Gleitmittel in den alten Kabelstrang hineingepresst, das Schmiermittel füllt den Raum zwischen Kabelmantel und Kabelseele mechanisch heraus. Während auf der einen Seite die alte Kabelseele mechanisch herausgezogen wird, werden auf der anderen Seite des alten Stranges die neuen Leerverrohrungen für das Glasfaserkabel im gleichen Arbeitsgang mit einverlegt.

Patent

Mittlerweile ist die Kabel-X-Technologie in 110 Ländern zum Patent angemeldet. Während die Telekom Austria nach erfolgreicher Präsentation für die Erfindung "nicht mehr zugänglich war", so Pichler, seien nach dieser Methode von der Deutschen Telekom bereits mehrere Hundert Kilometer Kupferkabelleitungen entkernt worden.

Für Pichler kann das jedoch nur der Anfang sein. Schließlich wird die Telekom-Infrastruktur weltweit auf 75 Mio. Kilometer Kupferkabel geschätzt.(kat/DER STANDARD, Printausgabe vom 5.4.2005)

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