"Zuckerl" mit oder ohne Red Bull

15. April 2005, 15:52
1 Posting

SPÖ und FPÖ werfen Klasnic vor, sich von Mateschitz absichtlich hinhalten zu lassen

Graz - "Wir haben viel zu tun in diesem Land", stellte die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic viel sagend nach der montäglichen Regierungssitzung fest. Doch Minuten später war eine Causa, bei der sich in den vergangenen Monaten sehr wenig getan hat, das Thema Nummer eins: die Causa Spielberg.

Nach der Obersteiermark-Konferenz Anfang März in Fohnsdorf, wo man Alternativen zum geplatzten Red-Bull-Projekt besprach, ist ein sehr ruhiger Frühling ins Aichfeld gezogen: "Es gibt keine Verhandlungen über eine Auflösung von Verträgen", betonte Klasnic wiederholt einsilbig auf Fragen nach dem Österreichring und ob das neue Projekt mit oder ohne Dietrich Mateschitz angedacht sei. So lange die alten Verträge mit Mateschitz aufrecht sind, kann man so gut wie nichts am Ring unternehmen. Doch sowohl Klasnic als auch ihr Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer wiesen den Verdacht, dass Mateschitz das ganze Land hinhalte oder gar zum Narren hielt, von sich: "Das Land und Waltraud Klasnic sind hellwach", meinte dazu Klasnic. Und Schützenhöfer betonte, dass weder Mateschitz noch das Land Verträge gekündigt hätten: "Alle wollen den Ring wieder. Wir sind überzeugt, dass es ihn wieder gibt. Jetzt müssen gute Nerven über die flinke Zunge siegen."

Wann sie das letzte Mal mit Mateschittz gesprochen habe, wollte Klasnic nicht mehr genau wissen: "Ich schreibe mir so was nicht immer auf." Jedenfalls werde sie noch vor dem Sommer, rund um die Militärflugshow "Airpower" in Zeltweg, bekannt geben, "wie es weitergeht".

"Keine Verhandlungen"

Dass es überhaupt Verhandlungen zwischen dem Land und Mateschitz gegeben habe, daran zweifeln sowohl FP-Chef Leopold Schöggl ("Mich papierlt er nicht, ich habe nämlich keinen Kontakt zu ihm") als auch SP-Chef Franz Voves, der glaubt, dass die VP "im Stillen ein Wahlzuckerl vorbereitet", während der Lenkungsausschuss zu Spielberg noch nie getagt habe.

"Keine emotionale Betroffenheit" wirft Voves den VP-Regierern vor, weil sie trotz der auf 8,6 Prozent gestiegenen Arbeitslosenzahlen in der Steiermark bei Unternehmen wie HTP Formenbau und Stölzle Glas, wo Arbeitsplätze bedroht seien, passiv bliebe. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.4.2005)

  • Artikelbild
    foto: standard/christian fischer
Share if you care.