"Osteuropa pur" für Anleger

2. Mai 2005, 12:24
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Analysten geben dem Raiffeisen-Papier gute Wachstumschancen

Wien - Mit Raiffeisen International kommt die dritte Großbank an die Wiener Börse. Während sich aber bei Erste Bank und Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) die Anleger an Instituten beteiligen, die neben ihren umfangreichen Ostaktivitäten auch in Österreich tätig sind, ist Raiffeisen International (RI) "Osteuropa pur". Damit ist schon der größte Unterschied beschrieben: Das Österreich-Geschäft wirft deutlich weniger Erträge ab, ist aber auch ein gewisser Stabilitätsfaktor. Wer also RI-Aktien ordert, investiert in das Bankgeschäft von Ungarn bis China und kann hohe Erträge erwarten, muss aber auch das höhere Risiko einkalkulieren.

Die Papiere, die ab sofort in den Banken geordert werden können, kosten zwischen 27 und 33 Euro. Der genaue Preis wird erst - je nach Nachfrage - am Ende der Zeichnungsfrist am 21. April bekannt gegeben. Basierend auf den aktuellen Gewinnzahlen ergibt sich für 27 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,1 und für 33 Euro ein KGV von 14,7. Damit orientiert sich Raiffeisen in etwa an den Werten, mit denen auch Erste und BA-CA notieren - allerdings nach Kurssteigerungen von 43 Prozent (Erste) und 72 Prozent (BA-CA) in den vergangenen zwölf Monaten. Da zu erwarten ist, dass die Anleger den neuen ATX-Wert RI als Diversifizierungsmöglichkeit begrüßen werden und Gewinnsteigerungen von bis zu 100 Prozent für heuer prognostiziert sind, sollten deutliche Kurssteigerungen durchaus "drinnen" sein. Das "Pricing" scheint also nicht besonders billig, aber auch nicht übertreiben teuer zu sein. (mimo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.4.2005)

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