Kabas, Stadler, Strache und Mölzer diskutierten FP-Krise

5. April 2005, 10:35
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Auch Barbara Rosenkranz (NÖ), Harald Tschürtz (Burgenland) und Gerald Hauser (Tirol) beim Treffen der blauen Rebellen

Wien - In einem Büro der FPÖ-Landespartei sind am Montagabend die Partei-Rechten rund um den Wiener Obmann Heinz-Christian Strache zusammengetroffen. FP-Volksanwalt Ewald Stadler attackierte zuvor das "Bündnis Zukunft Österreich" (BZÖ) und stellte der schwarz-blauen Koalition der Verlust ihrer Mehrheit zumindest im Bundesrat in Aussicht: "Der Bundeskanzler muss sich darauf einstellen, dass er zumindest im Bundesrat mit Beharrungsbeschlüssen regieren muss."

Ob mit der Gründung des BZÖ nun die schwarz-blaue Koalition platzen würde, wollte Stadler nicht direkt beantworten. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) müsse jedenfalls entscheiden, "ob er mit dieser skurrilen, orangen Figuration weiterregieren will", so Stadler zu den wartenden Journalisten, der die Bewegung auch als "skurrilen Stronach-Ableger" bezeichnete.

Der Volksanwalt äußerte erneut die Hoffnung, dass Strache beim kommenden FP-Bundesparteitag für den Parteivorsitz kandidieren werde: "Ich hoffe, dass er sich nicht verweigern wird." Die heutige Bekanntgabe des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider zur Gründung des BZÖ habe ihn jedenfalls nicht überrascht. Er verfüge über Informationen, dass einzelne Abgeordnete schon vor Tagen massiv bearbeitet worden seien, sich dieser Bewegung anzuschließen. Im übrigen habe er auch nicht erwartet, dass Haider nur zum Skifahren nach Kanada gefahren sei.

An der Sitzung nahm auch die niederösterreichische FPÖ-Obfrau Barbara Rosenkranz teil. Sie meinte lediglich: "Ich bin blau und ich bleibe blau."

Hauser: "Die FPÖ ist nicht mehr in der Regierung"

Auch Interims-Parteiobmann Hilmar Kabas, der burgenländische Landeschef Harald Tschürtz, Senioren-Obmann Karl Wimleitner und der Tiroler Landesparteichef Gerald Hauser trafen in den Abendstunden ein. Letzterer sprach davon, dass sich mit dem "Bündnis Zukunft Österreich" (BZÖ) die Regierungsfraktion von den Freiheitlichen abgespalten habe. Seine Schlussfolgerung: "Die FPÖ ist nicht mehr in der Regierung."

Hauser beurteilte dies vor Journalisten gelassen. Man könne sich nun wieder "echt freiheitlichen Themen" zuwenden und Oppositionspolitik machen. Es sei dies auch keine Spaltung, betonte er vor Journalisten, denn die FPÖ bestehe ja weiter. Ob er nun Strache als Parteiobmann wolle? - "Ja, natürlich", sagte Hauser.

Mölzer spricht von Haiders "Marionettentheater"

Mit Häme kommentierte am Montag der aus der FPÖ ausgeschlossene Kärntner EU-Abgeordnete Andreas Mölzer die Gründung des BZÖ: "Das Marionettentheater des Jörg Haider hat eine eher schwache und langweilige Vorstellung gegeben." Mölzer meinte gegenüber der APA, das ganze "Umfeld und Vorfeld der FPÖ ist gegen diese Neugründung". Er selbst bleibe weiterhin FPÖ-Mitglied.

Strache wollte sich am Montag noch nicht zur Neugründung innerhalb der FPÖ äußern. "Ich werde mich zu gegebener Zeit zu Wort melden", kündigte Strache an. (APA/red)

  • Hell erleuchtete Fenster in der Wiener Bartensteingasse: Die Rest-FPÖ berät.
    foto: cremer

    Hell erleuchtete Fenster in der Wiener Bartensteingasse: Die Rest-FPÖ berät.

  • Hilmar Kabas auf dem Weg zur Sitzung.
    foto: cremer

    Hilmar Kabas auf dem Weg zur Sitzung.

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