"HERZ.angst" in der Fleischerei

18. April 2005, 14:45
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Performance mit Texten von Else Lasker- Schüler und Marlene Streeruwitz thematisiert das dreifache "fremd sein" als Frau, Künstlerin und Migrantin

Wien - "HERZ.angst" heißt die neue Performance des Projekt Theater Studio, die Anfang April in den Räumen der "Fleischerei" Premiere hatte. Das interkulturelle Ensemble unter der Leitung von Regisseurin Eva Brenner thematisiert "Fremd-Sein" und "Zugehörigkeit". Als Basis dienen Texte der deutschen Jüdin Else Lasker-Schüler und Marlene Streeruwitz.

Im Zentrum steht laut Aussendung die "Gespaltenheit" von Frauen und Künstlerinnen, die sich sowohl am Ort ihres "Exils" wie auch in der Kultur, aus der sie stammen, heimatlos fühlen und mit Identitätsverlust zu kämpfen haben. In dreifacher Hinsicht selber "Fremde", hinterfragen sie ihr Frau-Sein, ihre Existenz als Künstlerinnen und ihre ausländische Herkunft.

Auszüge aus Lasker-Schülers Briefroman "Mein Herz" (1912) und ihrer orientalisierenden Prosa stehen im Kontrast zur Melancholie ihres späten Gedichts "Mein Blaues Klavier", 1943 kurz vor ihrem Tod in Jerusalem verfasst. "Kritische Texte von Marlene Streeruwitz brechen das szenische Spiel und umkreisen das Thema aus der Sicht zeitgenössischer Frauen", heißt es weiters. (APA)

"HERZ.angst",
Performance nach Prosatexten von Else Lasker-Schüler und Marlene Streeruwitz
Fleischerei
Kirchengasse 44
1070 Wien.
19.-23. 4., jeweils 20 Uhr

Nach jeder Aufführung findet eine Publikumsdiskussion statt.

Weitere Informationen unter

Experimental-
theater

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    foto: projekt theater studio/rainer berson
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