Eine Frau, 17 Männer: Polizei-Rohbau fertig

14. April 2005, 16:12
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Exekutivreform in die entscheidende Phase - bis Juli soll die Fusion der Wachkörper umgesetzt werden

Mit der Ernennung der neun Landespolizeikommandanten und ihrer Stellvertreter geht die Exekutivreform in die entscheidende Phase. Bis Juli müssen die neuen Chefs die Fusion der Wachkörper umsetzen.

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Wien - "Wir haben einen Rohbau hingestellt, jetzt gilt es, ihn einzurichten", greift Franz Lang, Projektleiter der Exekutivreform "Team 04", zu baumeisterlichen Vergleichen. Der Rohbau sind in diesem Fall die neun Landespolizeikommandanten und ihre Stellvertreter, die am Sonntagvormittag von Innenministerin Liese Prokop (VP) präsentiert wurden.

Etwas früher als erwartet steht damit fest, wer künftig die Geschicke der Polizei bestimmen wird. Die Hauptaufgabe der neuen Chefs in den kommenden drei Monaten: Sie müssen bis 1. Juli auch die Leitung der unteren Ebenen bis zu den Kommandanten der einzelnen Posten, die künftig "Polizeiinspektionen" heißen, bestimmen. Dazu legen sie die Größe der Inspektionen fest und sind für die Schulung der Mitarbeiter verantwortlich.

Insgesamt schrumpft durch die Zusammenlegung von Polizei, Gendarmerie und Zollwache die Zahl der früher 45 Kommandoebenen auf neun (siehe Grafik). An der Spitze bleibt weiter der Polizeipräsident (in Wien) oder der Sicherheitsdirektor, dann kommen die Kommandanten und ihre Stellvertreter: []

Burgenland : Nikolaus Koch, Konrad Kogler []

Kärnten : Wolfgang Rauchegger, Astrid Schenk []

Niederösterreich : Arthur Reis, Franz Popp []

Oberösterreich : Ernst Holzinger, Andreas Pilsl []

Salzburg : Ernst Kröll, Franz Ruf []

Steiermark : Peter Klöbl, Wolfgang Lackner []

Tirol : Oskar Gallop, Norbert Zobl []

Vorarlberg : Manfred Bliem, Siegbert Denz []

Wien : Roland Horngacher, Karl Mahrer.

In vier Bundesländern, nämlich dem Burgenland, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg ändert sich damit nicht allzu viel: die bisherigen Gendarmeriekommandanten und ihre Stellvertreter bleiben im Amt und bekommen nur einen anderen Titel.

Völlig umgekrempelt wird dagegen die Führung in Tirol und Oberösterreich. Den Spitzenposten in Innsbruck besetzt künftig mit Oskar Gallop ein "gelernter" Kriminalpolizist, der seit 2001 im Kabinett des früheren Ministers Ernst Strasser tätig war.

Kabinettsmitglieder

Auch in Oberösterreich kommt mit Andreas Pils als Stellvertreter ein Kabinettsmitglied zum Zug. Sein Chef Ernst Holzinger hat ebenso unter Minister Strasser einen Karrieresprung ins Innenministerium und anschließend zum Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache gemacht.

In Wien setzte sich dagegen mit dem Kriminalamtsleiter Roland Horngacher ein der SPÖ zugerechneter Beamter durch. Am Montag wird er mit seinem Stellvertreter Karl Mahrer die Zukunftspläne für die Polizei der Bundeshauptstadt präsentieren.

Die größte Überraschung liefert die einzige Frau der Liste: Astrid Schrenk wird als ranghöchste Polizistin Österreichs in Kärnten als stellvertretende Kommandantin fungieren. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 4.4.2005)

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    Astrid Schrenk, seit Sonntag die ranghöchste Polizistin des Landes.

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    Innenministerin Liese Prokop präsentiert die neuen Polizeispitzen. Von links: Manfred Bliem (Vorarlberg), Oskar Gallop (Tirol), Peter Klöbl (Steiermark), Ernst Kröll (Salzburg), Ernst Holzinger (Oberösterreich) und Arthur Reis (Niederösterreich).

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    Roland Horngacher steigt in Wien zum Landespolizeikommandanten auf.

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    Karl Mahrer wird in der Bundeshauptstadt Horngachers Stellvertreter.

  • Infografik: Neue Kommandostruktur für die Polizei

    Infografik: Neue Kommandostruktur für die Polizei

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