"Ruhig gestorben"
Sodano versuchte auch zu trösten: "Der Papst ist ruhig gestorben. Ich bin selber Zeuge seiner Ruhe gewesen, da ich betend vor dem Bett des sterbenden Papstes gestanden bin. Die Ruhe ist ein Ergebnis des Glaubens."
"Er hat ,Amen' gesagt, einen Augenblick später ist er gestorben", hatte schon zuvor Pater Jarek Cielecki berichtet. Der Direktor von "Vatican service news" schilderte die letzten Momente vor dem Tod um 21.37 Uhr: "Der Heilige Vater starb, im Gebet versunken, den Blick auf das Fenster gerichtet. Das muss bedeuten, dass er in irgendeiner Weise bei Bewusstsein war."
Kurz vor seinem Tod habe der Papst die rechte Hand gehoben, offenbar in der Absicht, eine wenn auch nur angedeutete Geste der Segnung zu machen - "als habe er mitbekommen, welche Massen von Gläubigen gerade den Rosenkranz auf dem Petersplatz beteten".
Anwesend im Moment des Todes von Johannes Paul II. waren neben drei Ärzten seine beiden Sekretäre, Erzbischof Stanislaw Dziwisz und Monsignore Mieczyslaw Mokrzycki, Kardinal Marian Jaworski, Erzbischof Stanislaw Rylko, Pfarrer Tadeusz Styczen, drei Nonnen, die den Papst gepflegt hatten, und ihre Vorgesetzte.
Sonntagfrüh wurde der Leichnam des Papstes in einer Halle im Vatikan aufgebahrt. Der Fernsehsender des Vatikans zeigte, wie Kardinäle und hohe Kirchenführer dem Toten die letzte Ehre erwiesen. Auch der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, Ministerpräsident Silvio Berlusconi und weitere Mitglieder des Kabinetts beteten vor dem Leichnam.
Massenansturm
Drei goldene Kissen lagen unter dem Kopf des Papstes, der sehr abgemagert schien, aber einen ruhigen Ausdruck im Gesicht hatte. Laut Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro Valls wird der Leichnam am Montag um 17 Uhr in die Petersbasilika überführt, damit die Öffentlichkeit Abschied vom Papst nehmen kann.
Inzwischen bereitet sich die Stadtverwaltung von Rom auf einen Massenansturm von Gläubigen vor. Roms Bürgermeister Walter Veltroni wertet die für Donnerstag geplante Beisetzung des Papstes als "Jahrhundertereignis." Die italienische Regierung hat den Chef der Zivilschutzbehörde, Guido Bertolaso mit der Organisation des Massenansturms beauftragt.
Zeltlager für Tausende
"Zwischen zwei und vier Millionen Menschen" erwartet Bertolaso. Am Sonntag wurde auf dem Campus einer Universität mit der Errichtung eines Zeltlagers für Tausende Menschen begonnen. In den Messehallen stehen schon 3500 Betten bereit. Die beiden Fußballstadien Roms sollen ebenso für Schlafsacktouristen geöffnet werden wie Sporthallen und Kongresszentren.
Am Sonntag begannen auch Arbeitskolonnen mit der Aufstellung von mehreren Tausend chemischen Toiletten rund um den Vatikan. Die gesamte Umgebung des Petersplatzes soll in eine Fußgängerzone umgewandelt werden.
Besonderes Kopfzerbrechen bereiten den italienischen Behörden die Sicherheitsprobleme. Im Vatikan rechnet man mit "mindestens 150 Staats-und Regierungschefs". Mehr als 10.000 Polizisten sollen über die Sicherheit der Gäste wachen.
Bertolaso befürchtet, dass sich am Tag der Beisetzung doppelt so viele Menschen in Rom aufhalten werden als an normalen Tagen. Ein Verkehrskollaps, wie ihn Rom häufig schon an normalen Tagen erlebt, scheint sicher. Dazu Bürgermeister Veltroni: "Wir werden unser Bestes geben. Aber für Wunder sind wir nicht zuständig." (DER STANDARD, Gerhard Mumelter Klaus-Peter Schmidt, Printausgabe, 4.4.2005)
...sind viele der Reaktionen hier viel zu heftig. Ich bin zwar alles andere als religiös und war auch nie ein fan vom papst aber mit welcher befriedigung und auch wut manche leute über seinen tod herziehen finde ich einfach nur traurig. War immerhin auch ein Mensch. Und was die berichterstattung angeht..pfff...scroll ich auf der standard seite halt bisschen weiter runter.....
Na ja, jede Aktion erzeugt eine Re-Aktion in die entgegengesetzte Richtung.
Der Hype um den Papst wird anscheinend nur von den Medien getragen, und bei weitem nicht von allen Menschen, oder gar der "ganzen" Welt. Was die "Betroffenen" jetzt bewegt würde mich interessieren -- "adabei" sein und Fotos schiessen ?
http://kurier.at/bilderdes... /picture/4
"Seid heiter" hat er angeblich gesagt - sogar (mit Hilfe seines Sektretärs aufgeschrieben).
Bei seinem letzten Auftritt war seine Motorik allerdings so, dass er sicher nichts mehr schreiben konnte.
Ein ORF-Korrespondentin hat im Radio gesagt, dass dieser Ausspruch nicht offiziell bestätigt worden ist - trotzdem kursiert er - er ist einfach zu gut.
Amen hat er angeblich gesagt und "ihr seid gekommen" (womit angeblich, vielleicht die Jugend gemeint sei).
Dem Vatikan passen diese Zitate gut ins Konzept und die Medien greifen sie - dankbar für jede Schlagzeile - gierig auf. Wie soll man sonst die vielen Sonderseiten, die man dem Tod des Papstes zu schulden glaubt, füllen.
Es tut einfach gut, nach dem über alle offiziellen medien seiten.- und stundenlang verbreiteten, schwärmerischen trauertaumel-nekro-hype ein paar gelassene, skeptische, intelligente und säkulare meinungen zu lesen.
Ansonsten hat man ja momentan, angesichts des aufgebauschten rummels, den eindruck, dass die gesamte österreichische medienlandschaft von radio vatikan und von l'osservatore romano übernommen wurde.
und aller nötigen skepsis, aber das rechtfertigt viele der aussagen (eigentlich oftmals nichtssagen) hier nicht im geringsten.
einfach schon deswegen weil es für provaktive 'stellungnahmen' - was diesen papst betrifft - ohnedies zu spät ist und schimpf- und hasstiraden keinerlei positiven wert haben.
eine kritische haltung schön und gut, aber joh.paul.2 ist tot. viele hier klingen nachgerade so, als würden sie sich erst jetzt trauen das wort gegen ihn zu erheben, inklusiver der 'in-china-fällt-ein-rad-um-sektion'. wenn man nix zu sagen hat, soll man doch besser schweigen...
(die Überschrift passt hier wohl doch nicht so recht). Also: Bin ich froh, daß auch andere der Meinung sind, dass hier ein Medienhype aufgeblasen wird, der schon fast beängstigend ist. Ein alter Mann ist gestorben. Traurig, oder auch nicht, aber das passiert ziemlich häufig auf der Welt. Ich weiß nicht so genau, was er gutes getan hat. Aber es gibt immer noch Aids in Afrika und wenn es nach ihm und seinesgleichen geht, dann wird dieses Problem jedenfalls nicht mittels Kondomen zu bekämpfen versucht. Derlei Beispiele gibt es wohl noch mehr, oder?
Das erinnert mich an Thomas Bernhards köstliche Geschichte im Buch "Der Stimmenimitator":
Ein Mann hat hartnäckig behauptet, Goethes letzte Worte seien nicht "Mehr Licht!" gewesen, sondern "Mehr nicht!". Der Mann sollte deshalb in eine Irrenanstalt eingewiesen werden. Sechs Ärzte haben dies verweigert, ein siebenter hat dann die Einweisung anstandslos ausgesprochen. Die Geschichte endet mit dem Satz: "Dieser Arzt ist […] dafür mit der Goetheplakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet worden."
:-))
So ähnlich würde das vielleicht laufen, wenn man das letzte "Amen" des Papstes anzweifelt. :-)
WIDMET EURE sORGE DEN lEBENDEN UND NICHT DEN TOTEN:
Sterben müssen wir alle, 20 bis 30.000 Kinder pro Tag die verhungern könnten mit all unserem Reichtum wohl locker gerettet werden. Egal ob Christ,Jude, Moslem, Buddhist..etz, Carol Wojtyla wäre dann sicherlich stolz auf uns, gleichgültig ob wir an seinen Gott glauben oder nicht.
Herzlichst
SB
Das hebräische Wort wurde von der Septuaginta (gr. Übersetzung des AT) einerseits durch gr. "genoito"="es möge geschehen", andererseits durch eine griechische, der hebräischen gleichlautenden Form übersetzt (als Fremdwort für das Griechische). In dieser letzten Form dringt es in die liturgische Praxis der Urkirche ein (z.B. 1 Kor 14,16; Röm 1,25; 9,5 u. viele andere). Im Munde Jesu - nur gr. überliefert! - tritt es auf als Beteuerung im Rahmen feierlicher Erklärungen: Mt 5,18.26; Mk 3,28; 8,12; Lk 4,24; Joh 1,51 - als Bsp. für ein ganzes Konvolut an Stellen.
Amen (hebräisch, arabisch: so sei es) ist eine aus dem Alten Testament ins Neue Testament übernommene Akklamations-Formel in der Liturgie. Später wurde es auch in den Islam übernommen (amin). Amen drückt die Zustimmung der Gemeinde zu Rede, Gebet und Segen aus und wird von der Gemeinde meist zum Ende des entsprechenden Liturgieteils gemeinsam gesprochen.
Hier ist der Link zu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
Dort findet man fast alles.
Als Kirchenfürst und Geistlicher war er mir als Atheistin und Ex-Katholikin egal, seine Ansichten zu konservativ.
Trotzdem habe ich den Eindruck, dass er jenen Menschen, denen er nicht wurscht war, sehr viel gegeben hat. Auf diejenigen, die es wollten ist er zugegangen.
Er wußte die Medien für sich zu nutzen, was nicht negativ ist.
Er versuchte Annährungen an andere Religionen. Welcher Papst vor ihm hat das getan?
Auch die Entscheidung, trotz Krankheit und Gebrechlichkeit weiterhin zu reisen, nötigt mir einigen Respekt ab.
Er hatte ein bewegtes Leben, in dem er von seiner Linie und seinen Überzeugungen nicht abwich. Auch wenn diese Überzeugungen nicht die meinen sind.
Ich verspüre etwas Trauer um den Menschen.
er hat die medien benutzt - und ob! dem papst dank haben sich vielleicht viele, allzu viele menschen mit hiv angsteckt, weil der heilige vater als vorbild immer gegen verhütungsmittel auftrat - er wusste die medien dafür zu nutzen. er hat den menschen viel gegeben - im positiven wie aber auch im negativen. das muss man leider sagen...
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