Performative Weltvermessung

2. April 2005, 00:10
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"North/South Lab" kuratiert vom kanadischen Choreografen Benoit Lachambre

Im Tanzquartier Wien wird wieder die Welt vermessen. Nach der "OstWest-Akademie " im Vorjahr findet dort zurzeit (bis zum 9. April) ein von dem kanadischen Choreografen Benoît Lachambre kuratiertes North/South Lab statt. Das Thema: Die immer noch geltende Ungleichgewichtung zwischen Künstlern aus den politischen Nord- und Südhemisphären.

An zwei Performanceabenden waren bereits neben Moravia Naranjos eindrucksvollem Kopfstand "atraída" das überaus gelungene Stück "White Trash" (von Lachambre und Isabelle Schad), das unter die Haut gehende Sound-Licht-Körper-Konzept "CEL" von Akemi Takeya und Ulf Langheinrich sowie die so berührende wie pathetische Arbeit "Radio Okapi" des Kongolesen Faustin Linyekula zu sehen. Der dritte Teil der Nord-Süd-Verklammerung folgt heute, Samstag, 20.30 Uhr, mit Aufführungen des Inuit Laurentio Arnatiaq mit Geneviève Pepin, Lachambre & Gästen sowie der nigerianischen Künstlerin Otobong Nkanga. Am Sonntag, gibt es eine aus Zitaten gebaute "California Roll" von vier jungen Kunstschaffenden aus den Bereichen Tanz, Video und Architektur. Am 8. und 9. April sind um jeweils 20 Uhr zwei Diskursformate unter dem Titel "World Café" mit Referaten und künstlerischen Beiträgen zu erleben. Thema u. a.: die Rolle der Kunst bei der Förderung einer Kultur des Friedens und der Diversität. (ploe/DER STANDARD, Printausgabe, 02./03.04.2005)

Tanzquartier/MQ, Halle G, 7., Museumsplatz 1, (01) 581 35 91. Bis 9. 4.
  • Tanz mit Trommel und Schafwollfäden: der Inuit-Künstler Laurentio Ar- 
natsiaq und die kanadische Tänzerin Geneviève Pepin.
    foto: tanzquartier

    Tanz mit Trommel und Schafwollfäden: der Inuit-Künstler Laurentio Ar- natsiaq und die kanadische Tänzerin Geneviève Pepin.

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