Pühringer im STANDARD-Interview: "Koalitionsvertrag bestätigen"

5. April 2005, 16:24
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Oberösterreichs Landeshauptmann Pühringer (V) im STANDARD über einen FP-Chef Strache und die Gültigkeit des Koalitionsvertrags

STANDARD: Herr Landeshauptmann, wie lange geben Sie dieser Regierung noch?
Pühringer: Bis zum Ende der Funktionsperiode.

STANDARD: Kann die ÖVP einen FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache akzeptieren?
Pühringer: Das Entscheidende ist, ob die Regierungs- und die Parlamentsfraktion arbeitsfähig sind.

STANDARD: Veränderungen im FPÖ-Regierungsteam sind der ÖVP also egal?
Pühringer: Nein. Im Regierungsteam ist das in erster Linie eine Sache der FPÖ, aber natürlich müssen die Personen vom Bundeskanzler akzeptiert werden.

STANDARD: Und braucht es ein neuerliches Bekenntnis zum Koalitionsvertrag, wenn es zu einer Veränderung innerhalb der FPÖ kommt?
Pühringer: Ich gehe davon aus, dass jeder, der in die Regierung eintritt, das weiß und diesen Koalitionsvertrag bestätigt.

STANDARD: Wie würden Sie die Stimmung in der ÖVP derzeit beschreiben? Sie klingen ein wenig entnervt.
Pühringer: Ich bin vielleicht ein wenig überarbeitet, entnervt bin ich überhaupt nicht. In der ÖVP Oberösterreich gibt es eine herausragend gute Stimmung.


STANDARD: Anders als im Bund? Die FPÖ-Turbulenzen schaden ja der gesamten Regierung.
Pühringer: Ich verfüge über keine aktuellen Daten. Dass es angenehmer für einen Koalitionspartner ist, wenn es beim anderen Koalitionspartner keine Schwierigkeiten gibt, ist unbestritten.

STANDARD: Ist die FPÖ für Sie noch ein möglicher Koalitionspartner?
Pühringer: Sie kennen meine grundsätzlichen Vorbehalte, die ich auch bei Koalitionsgründung deutlich gemacht habe. Ich habe damals gesagt, ich hoffe, dass ich nicht Recht bekomme. Ich hoffe weiter.

STANDARD: Sie fühlen sich noch nicht bestätigt?
Pühringer: Wir haben einen starken Kanzler und eine starke Regierungsmannschaft. Die FPÖ ist ein arbeitsfähiger Regierungspartner - zur Stunde; und ich hoffe, dass das so bleibt. Niemand kann ein Interesse haben, dass das nicht so ist, außer - der Opposition. (DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.4.2005)

Das Interview führte Barbara Tóth
  • Josef Pühringer: "Ich bin vielleicht ein wenig überarbeitet"
    foto: der standard/newald

    Josef Pühringer: "Ich bin vielleicht ein wenig überarbeitet"

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