GPA will Protest beim Regulator einlegen

24. Mai 2005, 18:02
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Gewerkschaft sieht wegen "ruinösem Preiskampf" Arbeitsplätze in Gefahr - Verbot für Tarife unter Entstehungskosten gefordert

Wien - Nach der anhaltenden Kannibalisierung im österreichischen Mobilfunk schlägt jetzt die Gewerkschaft Alarm. Der "ruinöse Preiskampf" gehe "zu Lasten der Beschäftigten", warnte die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) am Freitag in einer Aussendung. Die GPA will sich jetzt mit einem Forderungskatalog an die Telekom-Regulierungsbehörde RTR wenden. Die Regierung dürfe "der ruinösen Entwicklung in der Branche, die zu Lasten unserer aller Zukunft gehen, nicht mehr tatenlos zusehen", so GPA-Geschäftsbereichsleiter Karl Proyer.

T-Mobile Austria hatte erst im März 120 Mitarbeiter abgebaut, 30 sollen noch folgen. One hatte schon im Vorjahr 225 der insgesamt 1.104 Mitarbeiter abgebaut. Und Tele2/UTA hat erst am Vortag mit 130 Mitarbeitern mehr als ein Viertel der Belegschaft zur Kündigung angemeldet.

In dem Forderungskatalog verlangt die Gewerkschaft eine neue Vorgabe, wonach "Tarife in Zukunft nicht mehr unter den Entstehungskosten festgesetzt werden" dürften. Der Aufbau und Betrieb der Netze müsse profitabel bleiben, sonst würden - wie schon jetzt - die notwendigen Ersatzinvestitionen ausbleiben. Die Rahmenbedingungen für Telekom-Investitionen müssten dafür sowohl auf nationaler, als auch auf EU-Ebene geändert werden. So solle man künftig etwa auf die Versteigerung von Lizenzen verzichten und stattdessen klare Vorgaben für den Erhalt von Lizenzen definieren, fordert die Gewerkschaft.

Darüber hinaus hat die GPA ihre Forderung bekräftigt, dass die Telekom-Austria ein österreichisches Unternehmen bleiben solle. Generell tritt die Gewerkschaft dafür ein, die in der Telekombranche erwirtschaftete Wertschöpfung in Österreich zu halten, um die Infrastruktur entsprechend ausbauen zu können und auch um den Forschungs- und Entwicklungsstandort zu sichern. (APA)

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