AG will "rot-grünen Albtraum" beenden

18. Mai 2005, 19:07
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Wegen Aussichtslosigkeit kein aktiver Kampf gegen Studiengebühren

Wien - Den "rot-grünen Albtraum" in der Exekutive der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) beenden will die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) bei den ÖH-Wahlen von 31. Mai bis 2. Juni. In den nunmehr vier Jahren des Vorsitzes der Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und des Verbands Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) sei die ÖH zur "Lachnummer" geworden und kein kompetenter Ansprechpartner in Bildungsfragen mehr, kritisierte AG-Bundesobmann Christoph Marx bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Als Spitzenkandidatin schickt die AG die 21-jährige Bodenkultur-Studentin Bernadette Gruber ins Rennen.

"Die ÖH hat jede Kommunikationsbasis mit Entscheidungsträgern zerstört", meinte Gruber. Dies gelte vor allem für die Rektoren nach der "Tortung" von Rektoren-Chef Georg Winckler. Mittlerweile sei das Schreiben von Offenen Briefen für den VSStÖ die einzige Möglichkeit, mit den Uni-Chefs zu verhandeln. Ansonsten gebe es nur "mediengeile, populistische Aktionen". Allein in der laufenden Funktionsperiode sei die Hälfte der übernommenen Rücklagen aufgelöst worden, insgesamt mehr als 350.000 Euro, so Gruber. Davon wären allein 80.000 Euro innerhalb eines Monats für Proteste gegen das neue Hochschülerschaftsgesetz (HSG) aufgewendet worden. "Gerade noch" abgewendet worden sei im vergangenen Sommer die Übernahme von Patronanzen für zwei Züge mit dem Namen "Österreichische HochschülerInnenschaft" mit Kosten von 18.000 Euro.

In den vergangenen Jahren sei der unmittelbare Nutzen der ÖH für die Studenten verloren gegangen, meinte Gruber. Man dürfe nicht nur illusorische Forderungen aufstellen, sondern sich an der Realität orientieren. "Auf die Barrikaden steigen" werde sie, wenn dies notwendig ist, so die AG-Spitzenkandidatin. Kämpfen will sie etwa für den offenen Hochschulzugang, nicht aber gegen die Studiengebühren. Eine Abschaffung dieser wäre zwar "nett", trotzdem werde man wegen Aussichtslosigkeit aber nicht aktiv dafür eintreten. Dies sei auch nicht Aufgabe einer Studentenfraktion, so Gruber - was ihr postwendend Kritik der ÖH-Spitze und des VSStÖ eintrug.

"An einem offenen Hochschulzugang festzuhalten und gleichzeitig nicht ausdrücklich gegen Studiengebühren zu sein, widerspricht sich eindeutig", so ÖH-Chefin Barbara Wittinger (GRAS) in einer Aussendung. Und der VSStÖ warf der "ÖVP-AG" vor "sicher nicht auf Seiten der Studierenden" zu stehen, sondern nur eigene Interessen zu vertreten.

Die AG selbst tritt bei der ÖH-Wahl an 13 Universitäten an, an der Medizinischen Universität Wien (MUW) kandidiert man außerdem als Österreichische Medizinerunion (ÖMU), an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) als Akademikergruppe Veterinärmedizin (AVE). Außerdem wollen sich alle diese Gruppen zu einem Listenverband zusammenschließen. (APA)

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