Deutscher Bestatter Ahorn-Grieneisen will an die Börse

2. Mai 2005, 12:24
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Bis zu 45 Prozent der Anteile sollen Anlegern angeboten werden - Als möglicher Zeitpunkt wird das Jahr 2007 genannt

Berlin - Das größte deutsche Bestattungsunternehmen Ahorn-Grieneisen will an die Börse. Dabei sollten bis zu 45 Prozent der Anteile der Ahorn-Grieneisen AG Anlegern angeboten werden, kündigte der derzeitige Allein-Eigentümer, die Berliner Versicherungsgruppe Ideal, am Freitag an. Als wahrscheinlichen Termin nannte Vorstandschef Rainer Jacobus im "Handelsblatt" das Jahr 2007. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will die Versicherungsgruppe den Aufbau von Pflegeheimen finanzieren.

Das Bestattungsunternehmen Ahorn-Grieneisen mit bundesweit 230 Filialen ist seit 2003 eine hundertprozentige Tochter der Ideal. Die Ursprünge des Traditionsunternehmens reichen bis ins Jahr 1830 zurück. In den 175 Jahren hat Ahorn-Grieneisen mehr als eine Million Menschen unter die Erde gebracht, darunter auch zahlreiche Prominente wie die Schauspielerinnen Marlene Dietrich oder Hildegard Knef. Erst im vergangenen Monat wurde die Schauspielerin Brigitte Mira beerdigt. Das Unternehmen war auch Hof-Bestatter des preußischen Kaiserhauses.

IPO-Erlöse von 80 bis 120 Millionen Euro erwartet

Durch den Börsengang erwartet die Versicherungsgruppe Emissionserlöse zwischen 80 und 120 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr erzielte Ahorn-Grieneisen einen Umsatz von 65 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bezifferte Jacobus auf mehr als eine Million Euro. Seit kurzem betreibt Ahorn-Grieneisen auch einen "Online-Bestatter", wobei die Vorbereitungen für eine Beerdigung übers Internet abgewickelt werden können.

Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen in den Aufbau eines bundesweiten Netzes von Pflegeheimen fließen. "Wir planen den Aufbau und Betrieb flächendeckender Pflegeheime in Deutschland, um auf diese Weise unseren Pflegeversicherungskunden im Bedarfsfall einen Heimplatz garantieren zu können", sagte Jacobus. Die ersten Heimplätze sollten spätestens im Jahr 2008 zur Verfügung stehen. Die Heime sollen jeweils bis zu 120 älteren Menschen Platz bieten. (APA/dpa)

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