"Coco – Lebendiger als das Leben": Familienbande mit Skeletten

    29. November 2017, 14:32
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    Im neuen Disney/Pixar-Film wünscht sich ein mexikanischer Bub nichts sehnlicher als eine Karriere als Musiker

    An der Spitze der US-Charts rangiert seit Thanksgiving kein Superheld, sondern ein mexikanischer Bub, der mit seinem schlabbernden Hund im Reich der Toten unterwegs ist.

    foto: ap
    Es klappern die Knochen in der rauschenden Nacht: Disneys "Coco" ist ein Schlager.

    Im neuen Disney/Pixar-Film Coco – Lebendiger als das Leben wünscht sich Miguel nichts sehnlicher als eine Karriere als Musiker, was aber angesichts der Familiengeschichte problematisch ist: Sein Urahn hat für das Gitarrenspiel nämlich Frau und Kind verlassen, worauf in der Schuhmacherdynastie seit Generationen jeder Ton untersagt ist.

    Als er am Día de los Muertos zum Instrument seines verstorbenen Idols Ernesto de la Cruz greift, bekommt es Miguel nicht nur mit seinen verblichenen Vorfahren zu tun, sondern es bleiben ihm nur wenige Stunden Zeit, um wieder zu den Lebenden zurückzukehren – und selbstverständlich alles wieder in jene familiäre Ordnung zu bringen, die bei Disney als die beste von allen zu gelten hat.

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    Trotz seiner technischen Perfektion und mancher Liebe zum Detail lässt Coco erkennen, dass Pixar den subversiven Witz früherer Tage tatsächlich an Disneys Studiotüre abgegeben hat. Der Plot liefert mehr oder weniger vorhersehbare Überraschungen, der Wettlauf gegen die Zeit sorgt für familiengerechte Spannung, Nebenfiguren und Schauplätze bedienen erwartbar die Klischees, und der zu allem passende Ohrwurm heißt Denk an mich. (pek, 29.11.2017)

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