Korallensterben macht auch Putzerfischen zu schaffen

    Video15. November 2017, 08:53
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    Bewohner des Great Barrier Reef vor Australien verändern durch die Folgen des Klimawandels ihr Verhalten

    Neuenburg – Korallenriffe rund um den Globus leiden unter den Folgen des Klimawandel. Besonders das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens hat zu kämpfen: Hohe Wassertemperaturen und mehrere Zyklone in den letzten Jahren haben große Teile des Riffs absterben lassen oder stark beschädigt. Das hat sich nicht nur auf den Bestand, sondern auch auf die Qualität der Arbeit der Putzerfische ausgewirkt, wie Schweizer Forscher im Fachblatt "Global Change Biology" berichten.

    Diese Fische reinigen andere Fischarten, indem sie Parasiten und abgestorbene Haut von ihrer Körperoberfläche entfernen. Damit tragen sie zum Gleichgewicht und zur Gesundheit des Ökosystems bei. Redouan Bshary und sein Team von der Universität Neuenburg studieren seit 20 Jahren das Verhalten des Putzerlippfischs Labroides dimidiatus. Für die nun vorgestellte Studie verglich Doktorandin Zegni Triki Daten über den Putzerlippfisch, die zwischen 2003 und 2010/2011 gesammelt wurden, mit solchen aus den Jahren 2014 bis 2016.

    Kein Service mehr für Durchreisende

    Dabei stellte sie fest, dass sich das Verhalten der Putzerfische verändert hat: Vor den besonders warmen und für das Riff sehr zerstörerischen Jahren 2014 bis 2016 gaben die Putzerlippfische Riffbesuchern, die quasi auf der Durchreise sind, den Vorzug gegenüber Riffbewohnern. 2016 war diese Strategie jedoch verschwunden, schrieb die Universität.

    Weil der Bestand der Putzerfische um 80 Prozent zurückging, finden viele der Riffbesucher nicht auf Anhieb einen Reinigungsservice und müssen warten. Dabei werden sie von den Putzern jedoch nicht mehr prioritär behandelt.

    université de neuchâtel
    Video (in französisch): Auch auf Putzerfische wirkt sich der Klimawandel aus.

    Putzerfische pfeifen auf das Image

    Zudem scheinen sich die Putzerlippfische weniger um ihren guten Ruf zu scheren: Bshary und Kollegen hatten in einer früheren Studie gezeigt, dass sich die Putzerfische bei der Reinigung eines Klienten sozialer verhalten, wenn ein potenzieller neuer Kunde ihnen zusieht. Dieses Imagebewusstsein habe jedoch abgenommen, berichten die Forscher.

    Durch die verschlechterten Umweltbedingungen am Great Barrier Reef habe somit die Qualität und Effizienz der Arbeit der Putzerfische abgenommen. Da das Verhalten der Fische auf individuellem Lernen beruht, lasse sich dies aber auch wieder umkehren, betonen die Wissenschafter. Vorausgesetzt der Zustand des Great Barrier Reefs verbessere sich. (APA, red, 15.11.2017)

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