Iran stellt Rettungseinsätze im Erdbebengebiet ein

    Video14. November 2017, 15:02
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    Mehr als 500 Tote und 8.000 Verletzte – Präsident Rohani verspricht vor Ort Hilfe

    Teheran/Bagdad – Nach dem Erdbeben mit mehr als 500 Toten hat der Iran die Rettungseinsätze im Zentrum des Katastrophengebiets eingestellt. Die Wahrscheinlichkeit, noch Überlebende zu finden, sei sehr gering, meldete das Staatsfernsehen am Dienstag.

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    Nach dem Erdbeben der Stärke 7,3 wurden nun die Rettungsarbeiten für beendet erklärt ("ZiB 17"-Sendung).

    Präsident Hassan Rohani sagte bei seiner Ankunft in der am stärksten betroffenen Provinz Kermanshah einen raschen Wiederaufbau zu. "Heute stehen alle Iraner hinter Kermanshah, und wir werden alles tun, damit die Menschen hier diese Tragödie schneller vergessen können", erklärte er am Dienstag.

    Nach Ansicht vieler Einwohner wurden Zelte als Notunterkünfte in den Bebengebieten nicht gerecht verteilt. "Wir brauchen Hilfe. Wir brauchen alles. Die Behörden sollten schneller helfen", sagte eine Bewohnerin der Stadt Sarpol-e Zahab. Die Regierung werde alles tun, damit die vom Beben betroffenen Städte rasch wieder aufgebaut werden können, kündigte Rohani an. "Unser Fokus sind Wohnkomplexe, da müssen wir den Menschen bei dem Aufbau besonders zur Seite stehen."

    grafik: apa

    Laut offiziellen Angaben kamen bei dem Beben der Stärke 7,3 in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak mehr als 530 Menschen ums Leben. Es ist damit das Beben mit der höchsten Zahl an Todesopfern in diesem Jahr. Außerdem wurden mehr als 8.000 Verletzte gezählt, teilte die Nachrichtenagentur Irna mit. Der Mittelpunkt des Bebens lag in der westiranischen Provinz Kermanshah.

    Mehr als 200 Nachbeben

    Die weitaus meisten Todesopfer gab es auf der iranischen Seite der Grenze. Am schlimmsten traf es die Grenzstädte Sarpol-e Zahab und Qasr-e Shirin. Trotz der Kälte verbrachten viele Menschen die Nacht angesichts von mehr als 200 Nachbeben im Freien.

    In Sarpol-e Zahab hatten viele Stadtteile immer noch keinen Strom, kein Gas und kein Wasser. Außerdem sollten die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt fallen. Aber noch hatten viele kein Zelt. Die Regierung erklärte den Dienstag zum staatlichen Trauertag.

    Prestigebauten Ahmadi-Nejads zerstört

    Insgesamt beschädigte das Beben nach offiziellen Angaben 27.000 Wohnkomplexe. 12.000 davon seien komplett zerstört, 15.000 nicht mehr zu bewohnen. Dazu gehören auch jene Siedlungen, die der frühere Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad in der Provinz hatte errichten lassen. Die meisten der Gebäude, die der Hardliner stolz "Haus der Nächstenliebe" nannte, sind nicht mehr bewohnbar. "Das ist schon sehr peinlich", sagte Rohani ironisch über das Projekt seines Vorgängers und politischen Rivalen. Einige Einwohner behaupteten, dass Baustandards missachtet worden seien.

    Keine internationale Hilfe

    Laut Außenminister Mohammad Jawad Zarif will der Iran vorerst auf internationale Hilfe verzichten. "Wir bedanken uns für die internationale Anteilnahme und Hilfsangebote, aber wir haben es vorläufig im Griff", schrieb er am Dienstag auf Twitter. Er werde seine Kollegen bei Bedarf in Kenntnis setzen. Außer einigen arabischen Staaten, die mit dem Iran politische Differenzen haben, hatte die internationale Gemeinschaft, darunter auch die iranischen Erzfeinde USA und Israel, den Iranern ihr Beileid ausgesprochen. (APA, 14.11.2017)

    • Tausende Menschen im Bebengebiet haben ihre Wohnungen verloren.
      foto: apa/afp/atta kenare

      Tausende Menschen im Bebengebiet haben ihre Wohnungen verloren.

    • Der Zivilschutz sucht in Sarpol-e Zahab nach Überlebenden.
      foto: apa/afp/atta kenare

      Der Zivilschutz sucht in Sarpol-e Zahab nach Überlebenden.

    • Helfer verteilen Wasser.
      foto: apa/afp/atta kenare

      Helfer verteilen Wasser.

    • Die Stadt Sarpol-e Zahab ist besonders betroffen.
      foto: apa/afp/atta kenare

      Die Stadt Sarpol-e Zahab ist besonders betroffen.

    • Viele Menschen verbringen die Nächte im Freien oder in Zelten.
      foto: apa/afp/atta kenare

      Viele Menschen verbringen die Nächte im Freien oder in Zelten.

    • Präsident Rohani in Sarpol-e Zahab.
      foto: apa/afp/iranian presidency/ho

      Präsident Rohani in Sarpol-e Zahab.

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