Landwirtschaftskammer appelliert für Erhalt der Pflichtmitgliedschaft

13. November 2017, 11:35
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Auch Kammern der Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftstreuhänder, Ärzte und Apotheker kritisieren mögliche Abschaffung

Wien – Die zwei Kammer-Schwergewichte in der Sozialpartnerschaft – die Arbeiter- und die Wirtschaftskammer – haben sich schon für die Erhaltung der Pflichtmitgliedschaft in den Kammern ausgesprochen. Und auch aus Sicht der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) und anderer kleiner Kammern sichert die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern den Ausgleich zwischen den Interessen aller Mitglieder.

"Auch wenn es ganz ohne Zweifel Reformbedarf gibt", wie LKÖ-Generalsekretär Josef Plank dazu auf APA-Anfrage am Montag festhält. Pflichtmitgliedschaft und Selbstverwaltung müssten trotz einer gewissen Korrosion nach Jahrzehnten beibehalten werden, ist er überzeugt.

Der Präsident der Rechtsanwaltskammer, Rupert Wolff, sieht laut einem Bericht des Ö1-"Morgenjournal" sonst die Unabhängigkeit der Rechtsanwälte gefährdet. Kritik an einer möglichen Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft kommt auch von Seiten der Kammern der Notare, Wirtschaftstreuhänder, Ärzte und Apotheker.

Keine "Trittbrettfahrer"

Die Pflichtmitgliedschaft schiebe auch "Trittbrettfahrern" einen Riegel vor, die zwar von Ergebnissen der Kammerarbeit profitieren, aber keinen finanziellen Beitrag leisten wollten, erklärte Landwirtschaftskammer-Generalsekretär Plank weiter. Bei freiwilliger Mitgliedschaft würden sich eher größere und zahlungskräftigere Mitglieder durchsetzen, glaubt Plank zumindest auf seine eigene Kammer bezogen.

Als "Lackmustest" sieht Plank, dass die Kammern Antworten auf die Fragen der Gegenwart geben müssen: Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel und Migration. "Wenn das gelingt, hat die Sozialpartnerschaft Zukunft." (APA, 13.11.2017)

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