Mohammad unter beliebtesten Vornamen: Stadt Wien wehrt sich gegen "Krone"

    12. November 2017, 17:22
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    Die "Krone" wirft der Stadt Wien vor, zu verschweigen, dass Mohammad auf Platz fünf der beliebtesten Vornamen sei. Der Magistratsleiter nennt den Vorwurf "absurd"

    Wien – "Recherchen der 'Krone'" hätten gezeigt, dass der Vorname Mohammad bereits seit dem Jahr 2014 unter den fünf beliebtesten Kindernamen in Wien sei, schreibt Richard Schmitt, Chefredakteur von krone.at, in der Samstagsausgabe der Zeitung und auf krone.at in einem Artikel mit dem Titel "'Mohammad' bereits auf Platz 5 der Kindernamen!".

    Die Stadt Wien verschweige, was "trotz des seit Jahren dokumentierten verstärkten Zuzugs aus arabischen Ländern" evident sei: "Auf der offiziellen Liste der beliebtesten Kindernamen der Stadt Wien findet sich kein Mohammad – in der internen Version des Magistrats, die nicht an die Medien geschickt wird, aber sehr wohl", so Schmitt.

    In einem am Samstagvormittag veröffentlichten Posting auf Facebook kontert Klemens Himpele, Leiter der Abteilung Wirtschaft, Arbeit und Statistik (MA 23), dass der Vorwurf "absurd" sei. Hier könne keinesfalls von einem Fehler gesprochen werden – und: "Es geht beim Beitrag der 'Krone' also vor allem um Emotionen", schreibt Himpele, der den Sachverhalt erklärt.

    Jene Liste der beliebtesten Vornamen, die jährlich von der Stadt Wien veröffentlicht werde, orientiere sich an der genauen Schreibweise der Namen. Im Gegensatz dazu publiziert die Statistik Austria die Liste phonetisiert, worauf sich auch die "Krone" bezieht: "Sie zählt etwa auch den Namen Alastair, Alistair und Iskender zu Alexander und Ander, Andrew, Andrée, Andris und so weiter zu Andreas." Detto werde das bei Mohammad gemacht. Hier gebe es viele Variationen.

    Die Liste der Statistik Austria sei "auf den Internetseiten der Stadt" für alle einsehbar und keineswegs geheim, so Himpele, der über die Liste der Stadt schreibt: "Korrekt ist auch das Vorgehen, die Namen so zu veröffentlichen, wie sie geschrieben werden, weil mich ja meine Eltern bewusst Klemens und nicht Clemens genannt haben. Hier kann also keinesfalls von einem Fehler gesprochen werden." Und: "Meine Bitte wäre: Diskutieren wir Daten sachlich. Das wäre für alle hilfreicher."

    Der Artikel der "Kronen Zeitung" wurde auch auf Twitter heftig diskutiert. "ZiB 2"-Moderator Armin Wolf schreibt etwa: "Ich finde primär ärgerlich, wenn Medien Ressentiments schüren, indem sie Fakten falsch oder bestenfalls kontextlos präsentieren." Und: "Zahl der Mohammads 'steigt' ist faktenwidrig. Die Zahl stieg von 2010 bis 2012, seither stagniert sie, in Relation zur Geburtenzahl sinkt sie."

    (red, 12.11.2017)

    • Der Aufreger für die "Kronen Zeitung".
      foto: faksimile/kronen zeitung

      Der Aufreger für die "Kronen Zeitung".

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