"Hand of Fate 2" im Test: Ein Action-Kartenspiel, in dem man zum Schwert greift

    Rezension11. November 2017, 11:00
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    Originelle australische Mischung aus Brett- und Kartenspiel, Adventure und Action

    Brettspiele waren nie weg, Kartenspiele sowieso nicht, und auch im digitalen Medium Videospiele ist ihr Erbe allgegenwärtig, seit Blizzards "Hearthstone" die zuvor oft unzugängliche Welt der strategischen Sammelkartenspiele auf Millionen Bildschirme gebracht hat. Dabei ist es eigentlich verwunderlich, dass die meisten davon recht treue Abbilder der analogen Vorbilder bleiben und die technischen und spielerischen Möglichkeiten des digitalen Mediums kaum oder nur für Präsentationszwecke ausnutzen.

    "Hand of Fate 2" (Windows, Mac, Linux, PS4, Xbox One, 27,99 Euro) und sein Vorgänger versuchen genau das: Brett- und Kartenspielspaß mit Elementen zu verbinden, die es nur im Videospiel gibt. Das Spiel australischer Entwickler ist eine originelle Mischung aus Choose-Your-Own-Adventure, Action-, Brett- und Kartenspiel, in der Würfel- und Kartenglück ebenso wichtig sind wie ein wenig strategisches Deck-Building und Geschick bei actionreichen Kämpfen.

    Mystischer Gegenspieler

    Wie im Vorgänger ist auch hier ein geheimnisvoller maskierter Spielmeister der Gegenspieler, an dessen Tisch Spielerinnen und Spieler Platz nehmen. Der nett animierte und wunderbar vertonte Maskierte ist Spielleiter, Erzähler und oft spöttischer Kommentator in einem, und auf seinem Spieltisch findet auch das in über 20 Episoden erzählte Fantasy-Abenteuer statt. Ziel ist es, die bei jeder Runde in anderen Mustern aufgelegten Karten mit Ereignissen nach und nach mit der kleinen Spielfigur aufzudecken – und das jeweilige Abenteuer siegreich und mit Einsammeln aller versteckten Münzen zu absolvieren.

    Unter manchen der auf dem Tisch liegenden Karten verbergen sich freundliche Händler, andere stellen Spielerinnen und Spieler nach der Manier klassischer Choose-Your-Own-Adventure-Spiele vor Entscheidungen oder aber Würfelproben. Regelmäßig kommt es aber auch zu Kämpfen, für die sich das abstrakte Spielfeld zur nett gestalteten Fantasywelt erweitert. Hier wird dann in vereinfachter, aber dennoch unterhaltsamer Action-Tradition der "Batman"-Spiele gegen eine Vielzahl an Gegnern gekämpft, die zunehmend auch Taktik verlangen.

    Origineller Mix

    Lohn der Mühe sind nach jeder der nach und nach aufgedeckten Missionen neue Karten, die ins Deck der Spielerinnen und Spieler wandern und vor jedem Abenteuer den aufzudeckenden Karten beigefügt werden können. So wird zum Beispiel sichergestellt, dass die mächtige Waffe oder der hilfreiche Kobold auch im nächsten Abenteuer irgendwo wieder ausgespielt wird. Für Abwechslung sorgen neue Spielelemente wie Begleiter oder recht unterschiedliche Missionsbedingungen, die zum Beispiel verlangen, eine fixe Menge Anzahl an "Ruhmespunkten" zu erringen oder durch Schneestürme für regelmäßigen Lebenspunkteverlust sorgen.

    Die Vielfalt an Missionen und die kontinuierliche Erweiterung des Kartenstapels sorgt vor allem zu Beginn für Motivation, und auch das Wiederholen knackiger Missionen wird dank neuem Mischen und der Möglichkeit, sich neue Asse in den virtuellen Ärmel zu stecken, recht kurzweilig. Dass sich die hübsch anzusehenden, aber sich immer wiederholenden Kämpfe nach einigen Stunden vom Highlight zur Pflichtaufgabe entwickeln, ist ein wenig schade, weil die Choose-Your-Own-Adventure-Elemente im Gegensatz dazu durchwegs spannend und originell bleiben – auch wenn die Designentscheidung, die oft recht witzigen Kommentare des düsteren Spielmeisters parallel zu den Leseaufgaben ertönen zu lassen, nicht unbedingt die beste war.

    defiant development
    Trailer zu "Hand of Fate 2".

    Fazit

    "Hand of Fate 2" ist wie sein Vorgänger ein origineller Mix aus verschiedenen Elementen – die Neuauflage ist allerdings größer, umfangreicher und in Details ausgeklügelter als Teil 1 geworden. In Kürze soll auch ein "Endless"-Mode für wiederkehrende Abenteurer Stoff bieten, wenn die Kampagne einmal beendet ist.

    Wer den Vorgänger mochte, findet im zweiten Teil eine runderneuerte, umfassend erweiterte Neuinterpretation des bewährt originellen Spielkonzepts, aber auch Neueinsteiger können sich unbesorgt auf den Weg ins Fantasy-Abenteuer machen. (Rainer Sigl, 11.11.2017)

    "Hand of Fate 2" ist für Windows-PC, Mac, Linux, PS4 und Xbox One erschienen. UVP: 27,99 Euro.

    Hinweis im Sinne der Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

    Links

    Hand of Fate 2

    • "Hand of Fate 2" ist für Windows-PC, Mac, Linux, PS4 und Xbox One erschienen. UVP: 27,99 Euro.
      bild: hand of fate 2

      "Hand of Fate 2" ist für Windows-PC, Mac, Linux, PS4 und Xbox One erschienen. UVP: 27,99 Euro.

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