"Kleines Wunder": Hirscher in Levi am Start

    10. November 2017, 12:02
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    Entscheidung fiel nach Training am Freitag auf Reiteralm

    Levi – Früher als erwartet kehrt Marcel Hirscher in den alpinen Ski-Weltcup zurück. Der Salzburger entschloss sich am Freitag nach einem Training auf der Reiteralm, die Reise nach Levi anzutreten und dort am Sonntag den Slalom zu bestreiten. Es ist nach der Absage des Sölden-Riesentorlaufs zugleich auch der Weltcup-Auftakt für die Herren, womit Hirscher vorerst keines seiner geplanten Rennen verpasst.

    Hirscher Servicemann Thomas Graggaber war bereits am Donnerstag in den finnischen Skiort gereist, um für den Fall eines Antretens Hirschers so gut wie möglich gerüstet zu sein. Der Ski-Star indes ließ sich bis Freitagmittag Zeit, waren nach den Testläufen diese Woche bei sukzessive höherer Belastung die Schmerzen im linken Knöchel doch wieder spürbar gewesen.

    "Es war ein Auf und Ab"

    "Ich habe diese Woche alles versucht, um in Levi zu starten. Es war ein Auf und Ab, und es gab immer wieder Momente, wo es sich so anfühlte, als ginge es sich nicht aus. Nach dem heutigen Training auf der Reiteralm haben wir beschlossen, dass wir es versuchen. Ein guter Moment, um mich wieder einmal bei meinem Team zu bedanken", teilte der sechsfache Gesamtweltcupsieger mit. Das Flugzeug in Salzburg sollte noch Freitagnachmittag abheben und Hirscher direkt nach Kittilä bringen, von wo es mit dem Auto ins Nahe gelegene Levi weiterging.

    Der 28-jährige Salzburger hat in Levi 2013 und 2016 gewonnen und war 2012 und 2014 jeweils Zweiter. "Mir geht es in Levi nicht um die Platzierung, sondern darum unter Wettkampfbedingungen zu bestehen. Das wäre im Moment ein großer Erfolg für mich und mein gesamtes Team", sagte Hirscher zur persönlichen Erwartungshaltung. Die Konkurrenz freilich spekuliert damit, dass Hirscher sich stark zurückmelden wird.

    Erst seit Montag auf Schnee

    Hirscher hatte erst am Montag auf der Reiteralm wieder auf Schnee und bereits am Dienstag wieder mit Stangen trainiert. Als Hirscher am 11. Oktober das erste Mal nach dem am 17. August an seinem ersten Schneetag beim Slalomtraining auf dem Mölltaler Gletscher erlittenen unverschobenen Bruch des Außenknöchels wieder die Ski angeschnallt hatte, berichtete er nachher über heftige Schmerzen und stellte die Versuche bis diese Woche wieder ein.

    Noch am 2. November, als der Doppel-Weltmeister von St. Moritz an einem Tag sowohl als "Europa Sportler des Jahres" als auch als "Österreichs Sportler des Jahres" ausgezeichnet worden war, sprach Hirscher davon, dass es sich bei der Rückkehr auf die Piste nur noch "um Wochen handeln" könne. Nach dem wieder aufgenommenen Schneetraining meinte er, dass "ein kleines Wunder" nötig wäre, um in Finnland sein Comeback zu geben. Dieses scheint nun eingetreten zu sein. (APA, 10.11.2017)

    • Brettelt in Levi: Marcel Hirscher.
      foto: apa/afp/coffrini

      Brettelt in Levi: Marcel Hirscher.

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