Novemberpogrom: Da fehlt doch etwas

Einserkastl8. November 2017, 18:06
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Die Vertreter der christlichen Kirchen erleben, dass antisemitische Haltungen wieder aufleben

Zur konstituierenden Sitzung des Nationalrats am 9. November erinnern die Vertreter der christlichen Kirchen (Kardinal Schönborn, der orthodoxe Metropolit Arsenios und der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker gemeinsam mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch) an das sogenannte Novemberpogrom vom 9. 11. 1938. Für jene, die durch das österreichische Bildungssystem herausgefordert wurden: Das "Novemberpogrom", früher die "Reichskristallnacht", war ein "spontaner", von den NS-Herrschern aber kalt geplanter Gewaltausbruch gegen die Juden.

Die Kirchen melden sich jetzt, weil "wir mit Bedrückung in den letzten Jahren (erleben), dass überwunden geglaubte falsche Denkmuster wieder aufleben. Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus sind nicht nur Themen vergangener Zeiten".

Erster Gedanke dazu: besonders, wenn man an die vielen Burschenschafter im FPÖ-Klub denkt. Zweiter Gedanke: Da fehlt doch etwas. Wenn es um Antisemitismus geht, wäre doch auch die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) gefragt. Mehrere Studien zeigen starke antisemitische Haltungen besonders unter muslimischen Jugendlichen.

Die christlichen Kirchen und die Kultusgemeinde wollten aber sozusagen exklusiv gedenken. Was nichts daran ändert, dass auch bei Muslimen dringender Aufklärungsbedarf herrscht. (Hans Rauscher, 8.11.2017)

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    foto: apa/herbert neubauer

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