Ferdinand Piëch zieht sich aus Porsche-Holding zurück

    8. November 2017, 16:15
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    Ein Streit innerhalb der VW-Eigentümer wird als Grund vermutet

    Stuttgart – Der frühere VW-Firmenpatriarch Ferdinand Piëch hat sich wie angekündigt von seiner Beteiligung am VW-Großaktionär Porsche SE fast vollständig getrennt. Piëchs Privatstiftungen hätten den wesentlichen Teil ihrer Stammaktien an Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertragen, teilte die von den Familien kontrollierte Dachgesellschaft am Mittwoch mit.

    Piëch sei jetzt noch über eine Privatstiftung mittelbar an der PSE beteiligt. Die Höhe dieses Anteils ist nicht bekannt. Sein Aufsichtsratsmandat werde Piëch zum 8. Dezember niederlegen. Piëch sitzt seit 1981 in dem Kontrollgremium.

    Familienzwist

    Der langjährige Vorstands- und Aufsichtsratschef von VW hatte Anfang April mitteilen lassen, seinen knapp 15-prozentigen Anteil an der Holding verkaufen zu wollen. Der 80-Jährige hatte sich Anfang 2015 mit seinem Cousin Wolfgang Porsche, dem Sprecher der Porsche-Familie, im Streit über Ex-VW-Chef Martin Winterkorn überworfen.

    Porsche verhinderte damals mit anderen Aufsichtsräten, dass Piëch Winterkorn abservierte. Piëch und seine Frau Ursula verließen deshalb den VW-Aufsichtsrat. Im Dieselskandal bei VW schwärzte Piëch Porsche und andere VW-Aufsichtsratsmitglieder nach Medienberichten bei der Staatsanwaltschaft an, schon im Frühjahr und damit rund ein halbes Jahr vor dem offiziellen Bekenntnis über die Abgasmanipulation in den USA Bescheid gewusst zu haben. Die Aufsichtsräte wiesen das zurück.

    Nach früheren Angaben hat Piëchs jüngerer Bruder Hans Michel den Anteil an der PSE übernommen. Er ist jetzt die Führungsperson für den Piëch-Teil der Eignerfamilie, die gut 52 Prozent des Wolfsburger Konzerns besitzt.

    Die Porsche SE hält die Mehrheit der Stimmrechte bei VW. Dadurch haben die Familien Porsche/Piëch entscheidenden Einfluss auf den Kurs von Europas größtem Autobauer. Gewissermaßen das Familienoberhaupt ist der Piëch-Cousin Wolfgang Porsche. Piëch hat sich nie öffentlich über die Gründe seines Abgangs bei der PSE geäußert – es wird vermutet, dass dies im Groll über seine Verwandten geschah. (APA, Reuters, 8.11.2017)

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