Verbund: Weniger Wasser, mehr Sonne und Wind

    8. November 2017, 11:43
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    Schwache Wasserführung der Flüsse drückte Wasserkrafterzeugung und senkte die Gesamtproduktion – Preiserholung am Energiemarkt

    Wien – Der Verbund hat in den ersten drei Quartalen 2017 insgesamt um 1,2 Prozent weniger Strom erzeugt. Wegen der schwachen Wasserführung der Flüsse ging die Erzeugung aus Wasserkraft zurück. Zugelegt haben die Stromproduktion aus Wind und Sonne sowie die thermische Erzeugung. Am Energiemarkt habe sich im dritten Quartal eine Preiserholung gezeigt, teilte der Verbund am Mittwoch mit.

    Die Stromgroßhandelspreise an der Strombörse EEX seien in den vergangenen Monaten insbesondere aufgrund gestiegener Steinkohle- und CO2-Preise gestiegen. Dabei hätten die höheren Kohleimporte Chinas und die aktuell diskutierte Reform des Emissionshandelssystems zu einer höheren CO2-Preiserwartung geführt.

    Fokus auf Kernmärkte

    Der Verbund fokussiere sich in seiner Strategie auf die Kernmärkte in Österreich und Deutschland. Mit Grünstrom- und Flexibilitätsprodukten auf Basis des flexibel einsetzbaren Kraftwerksparks mit Pump-, Speicherkraftwerken und dem Gas-Kombikraftwerk im steirischen Mellach leiste der Verbund einen wichtigen Beitrag, um die steigenden Volatilitäten im Netz auszugleichen und die Versorgungssicherheit in Österreich zu gewährleisten.

    Die Eigenerzeugung des Verbund ging in den ersten drei Quartalen insgesamt um 1,2 Prozent auf 24.785 Gigawattstunden (GWh) zurück. Dabei gab es bei der Wasserkraft einen Rückgang um 1.360 GWh bzw. 5,7 Prozent auf 22.437 GWh, geht aus dem Quartalsbericht hervor. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,94 um 7 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres und um 6 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Windkraft- und Photovoltaikanlagen erzeugten mit 680 GWh um 16,4 Prozent mehr Strom, vor allem wegen des höheren Windaufkommens in Rumänien.

    Mehr Engpassmanagement

    Die Erzeugung aus Wärmekraft stieg um 960 auf 1.667 GWh. Das Gaskraftwerk Mellach produzierte – bedingt durch den im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Einsatz für das Engpassmanagement zur Stabilisierung der Stromnetze – um 892 GWh mehr Strom. Mit dem deutschen Übertragungsnetzbetreiber TenneT sei eine Linie des Gas-Kombikraftwerks Mellach zur Deckung des Reservekraftwerksbedarfs für den Winter 2017/18 kontrahiert worden, heißt es im Zwischenbericht.

    Darüber hinaus stellten die kürzlich beschlossene Ökostrom- und ElWOG-Novelle einen wichtigen ersten Schritt dar, um die Einführung einer langfristigen Netzreserve zur Stabilisierung der Netze zu ermöglichen.

    Der Stromabsatz stieg um 3,8 Prozent auf 44.161 GWh. Die Zahl der Privatkunden betrug per Ende September 428.000. Der durchschnittliche betriebswirtschaftliche Personalstand betrug 2.829 Mitarbeiter, ein Minus von 3,6 Prozent. Der Nettoverschuldungsgrad lag per Ende September 2017 bei 52,7 Prozent, nach 58,3 Prozent zu Jahresende 2016. (APA, 8.11.2017)

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