Amokschütze von Texas floh aus Nervenklinik und stand auf Waffensperrliste

7. November 2017, 19:42
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Der ehemalige Soldat soll bereits 2012 seine Frau und das gemeinsame Baby misshandelt und Vorgesetzte mit dem Tod bedroht haben – Handy wird in FBI-Labor analysiert

Sutherland Springs – Nach dem Amoklauf in einer Kirche im US-Bundesstaat Texas mit 26 Toten hat das FBI das Handy des Schützen Devin Kelley sichergestellt. Man sei derzeit aber nicht in der Lage, darauf zuzugreifen, sagte FBI-Sprecher Christopher Combs am Dienstag. Das Gerät sei an ein FBI-Labor geschickt worden, der es wohl gelingen werde, auf die Daten zuzugreifen.

Derweil meldete die "New York Times", dass die Gefährlichkeit des Mannes offenbar schon länger bekannt war. Bereits 2012, während seiner Zeit bei der US-Luftwaffe, floh er demnach aus einer Anstalt für psychisch Erkrankte. Er war eingewiesen worden, weil er seine Vorgesetzten mit dem Tod bedroht und versucht hatte, Waffen zu stehlen. Zudem hatte der Mann seine Frau und das gemeinsame Baby geschlagen. Das Kleinstkind trug eine Schädelfraktur davon. Der Gewaltakt ist Hintergrund der einjährigen Militärhaft, die er im gleichen Jahr verbüßte, bevor er die Luftwaffe unehrenhaft verließ.

Schütze hätte keine Waffen kaufen dürfen

Nach seiner Entlassung aus Haft und Luftwaffe war der spätere Täter zudem auf einer Liste jener Gewalttäter vermerkt worden, die auch in den USA keine Waffen besitzen dürfen. Das Militär gab diese Liste allerdings nicht an die maßgeblichen Stellen weiter, wie nun bekannt wurde. Kelley kaufte vor der Tat, an deren Ende er sich selbst das Leben nahm, mehrere Schusswaffen.

Der 26-Jährige hatte am Sonntag in dem kleinen Ort Sutherland Springs in einer Baptistenkirche 26 Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Erste Erkenntnisse der Ermittler deuten darauf hin, dass das Motiv des Mannes in seinem persönlichen Umfeld liegen könnte. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden war er wütend auf die Familie seiner Frau. Er schickte seiner Schwiegermutter Textnachrichten mit Drohungen. Sie hatte die Kirche in der Vergangenheit besucht. Am Sonntag war sie aber nicht im Gottesdienst. (red, APA, 7.11.2017)

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