Bericht: Niki Lauda kauft Wiener "NSA-Villa" um 6,2 Millionen Euro

    7. November 2017, 18:29
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    Kaufvertrag laut Medienbericht schon Anfang Oktober unterzeichnet – Lauda nicht für Kommentar erreichbar

    Wien – Nachdem die US-Botschaft die sagenumwobene "NSA-Villa" in Wien-Währing geschlossen hat, gibt es nun einen neuen Besitzer. Der Kaufvertrag wurde laut "Presse" am 3. Oktober unterzeichnet, als Käufer scheint Ex-Rennfahrer Niki Lauda auf. Für das Grundstück mit Villa sowie einem Nebengebäude und kleineren Hütten flossen netto 6,9 Millionen Euro.

    Konkret wird laut dem Zeitungsbericht die PSL 126 Immobilien GmbH als Käuferin des 4.782 Quadratmeter großen Areals in der Pötzleinsdorfer Straße angegeben. Die Firma gehört zu 100 Prozent der Privatstiftung Lauda, Stifter ist Lauda Andreas Nikolaus, also Niki Lauda, zeigt der Firmencompass. Verkäuferin: "Vereinigte Staaten von Amerika mit der Geschäftsanschrift Botschaft der USA, Boltzmanngasse 15, 1090 Wien". Die Botschaft besaß das Gebäude seit Anfang der 1970er-Jahre. Lauda selbst war vorerst nicht für einen Kommentar erreichbar.

    Einrichtung geschlossen

    Von der "NSA-Villa" aus wurde angeblich ein Gutteil des Telekommunikationsverkehrs in Wien überwacht. Der US-Geheimdienst NSA betreibe dort eine Art Horchposten, hieß es. Das dementierte die US-Botschaft. In dem Gebäude seien öffentlich zugängliche Informationen aus aller Welt gesammelt, übersetzt und ausgewertet worden, versicherte die US-Botschaft.

    "Die Einrichtung der US-Regierung in Pötzleinsdorf wird 2017 geschlossen", hieß es von der Botschaft im Februar. Das in der Villa untergebrachte "Open Source Center" übersiedle nach London. Damals war noch offen, wie die weiteren Pläne der USA mit der Villa aussehen.

    Von Peter Pilz "geoutet"

    In Österreich wurde die Villa 2013 berühmt – weil dort eben angeblich NSA-Überwachung stattfand. Es kam zu zivilgesellschaftlichen "Spaziergängen" zur Villa. Laut Einträgen in diversen sozialen Netzwerken und Blogs war die Villa bereits das Ziel vieler "Spaziergänger", die ihre Erlebnisse mit Polizisten und Sicherheitsleuten der US-Botschaft beschreiben, von denen sie angehalten und zur Ausweisleistung aufgefordert wurden.

    Unter anderen hatte der frühere Grünen-Politiker Peter Pilz die Villa als NSA-Sitz "geoutet". Am 8. September 2013 gab es den "privaten Spaziergang für Freunde der Architekturfotografie" – auf Facebook scheinen als "Gastgeber" der Kommunikationsberater Rudolf Fußi und der grüne EU-Mandatar Michel Reimon auf – rund um den angeblichen Horchposten des US-Geheimdiensts.

    Die Privatstiftung Lauda ist im Immobilienbereich übrigens unter anderem auch an zwei Unternehmungen der Signa-Gruppe des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko beteiligt. (APA, 7.11.2017)

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