Xbox One X vs. Playstation 4 Pro: Grafikunterschiede oft gering

    7. November 2017, 12:35
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    Bisherige Vergleiche geben Microsofts neuer Konsole keinen signifikanten Vorteil bei der Darstellung von Games

    Als Microsoft im Sommer auf der E3 die Xbox One X präsentiert hat, stand der Leistungsvergleich im Mittelpunkt. Die "bisher stärkste Xbox" sollte nicht nur ein deutliches Upgrade zur Xbox One aus 2013, sondern auch Abstand zu Sonys Playstation 4 Pro schaffen.

    Seit heute ist die neue Konsole nun am Markt und die ersten Vergleiche sind da. Das Ergebnis fällt bisher eher ernüchternd aus.

    Wenig Unterschiede in "Fifa 18"

    So hat man etwa bei Eurogamer einen Vergleich mit dem Fußballspiel "Fifa 18" angestellt und verschiedene Szenen in der X1X-, PS4-Pro- und Windows-Version gegenüber gestellt. Das Fazit: Die Differenzen sind während des Spiels kaum zu merken.

    Auf der Xbox One X wird Gras noch etwas weiter in der Distanz gerendert, als auf den beiden anderen Plattformen. Dazu ist die Darstellung des Grases etwas schärfer, als auf der Playstation. Die PC-Version glänzt dafür mit der schönsten Kantenglättung, da sie als einzige vierfaches Multisampling unterstützt. Auf den Konsolen läuft "Fifa 18" jeweils in 4K-Auflösung mit 30 Frames pro Sekunde.

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    Probleme bei "Titanfall 2"

    Per Patch wurde auch der Multiplayer-Shooter "Titanfall 2" offiziell X1X-kompatibel gemacht. Eurogamer sind allerdings einige Probleme aufgefallen. Wie auch die PS4 Pro-Fassung kann die Konsole bei dieser Version die Auflösung dynamisch anpassen. Läuft das Spiel also mit hohem Detailgrad und die Grafikeinheit hat noch freie Reserven, so wird die Auflösung erhöht, was schönere Darstellung bringen soll. Umgekehrt kann die Auflösung aber auch gesenkt werden, um die Framerate stabil zu halten, ohne etwa andere grafische Details senken zu müssen.

    Auf der Xbox One X überschreitet das Spiel dabei sogar fallweise die 4K-Marke. Die höchste erfasste Auflösung lag bei 4.224 x 2.376 Pixel, also gut 20 Prozent darüber. Die klarere Darstellung von Kanten wird allerdings von unschönen Nebeneffekten konterkariert. So wurden etwa Texturen auf mittlere Distanz plötzlich merkbar "bröslig". In vielen Szenen sei der visuelle Vorteil der höheren Auflösung nicht wahrnehmbar.

    Abstürze unter 1080p

    Trotz nominell höherer Leistungsreserven unterschreitet die Microsoft-Konsole allerdings auch die Auflösung der PS4 Pro. Während letztere nie unter 1080p (1.920 x 1.080 Pixel) fällt, stürzt die X1X bei "Titanfall 2" fallweise auf bis zu 842p ab, was mitunter zu verwaschener Darstellung führt. An anderer Stelle profitiert man von den mehr PS unter der Haube sehr wohl. Beispielsweise werden Objekt- und Charaktermodelle mit mehr Polygonen angezeigt, hier erreicht man sogar das Niveau der PC-Version. Aber auch dies ist ein Unterschied, der nicht groß ins Gewicht fallen soll.

    Die Entwickler von Respawn wurden von Eurogamer auf die Probleme hingewiesen und sagten zu, sich die Grafikprobleme näher anzusehen. Dementsprechend besteht berechtigte Hoffnung darauf, dass per Patch eine Lösung geliefert wird.

    wirspielen

    Abwarten

    Vorerst ist wohl auch in anderen Spitzentiteln nicht damit zu rechnen, dass sich die hinsichtlich der visuellen Qualität von Games X1X spürbar von der PS4 Pro absetzten wird. Schon auf der E3 hatte etwa Ubisoft angekündigt, dass das Ende Oktober erschienene "Assassin's Creed: Origins" sich auf beiden Konsolen nicht wesentlich unterscheiden werde. Es bleibt also abzuwarten, wie gut die Xbox One X langfristig von ihrer klar stärkeren Hardwareausstattung profitieren wird. (red, 7.11.2017)

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