3:1 – Salzburgs zweiter Anzug passt in St. Pölten

5. November 2017, 18:29
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Der Favorit setzt sich beim Tabellenschlusslicht durch. Minamino trifft doppelt, St. Pölten verschießt einen Elfer

St. Pölten – Mit einem Sieg gegen Schlusslicht St. Pölten hat Red Bull Salzburg den Rückstand auf Tabellenführer Sturm auf einen Punkt verringert. Die Salzburger setzten sich am Sonntag nach einem frühen Rückstand noch 3:1 (1:1) durch, den noch immer sieglosen St. Pöltnern fehlen damit bereits acht Punkte auf Mattersburg.

In der sechsten Minuten brachte Michael Huber St. Pölten mit einem Kopfball in Führung, ein Geschenk von Goalie Christoph Riegler ermöglichte Takumi Minamino dann in der 35. Minute den relativ billigen Ausgleich. In der Nachspielzeit der über weite Strecken ausgeglichen ersten Hälfte verschoss Lonsana Doumbouya noch einen Elfmeter für St. Pölten. Nach der Pause sorgten Marc Rzatkowski (54.) und per Kopf Minamino (80.) für den Salzburger Sieg.

Verändert

Salzburg begann mit einer gegenüber dem Europa-League-Match gegen Konyaspor am Donnerstag an fünf Positionen veränderten Elf, neben Minamino und Rzatkowski kamen auch Reinhold Yabo, Xaver Schlager und Jerome Onguene von Beginn an zum Einsatz. Die Bullen sahen sich sofort mit harter Gegenwehr konfrontiert, St. Pölten spielte mutig nach vorne, wie es dem Plan von Trainer Oliver Lederer entsprach.

Huber kam nach einem Ambichl-Freistoß völlig frei zum Kopfball und brachte diesen aus rund elf Metern im Tor unter. Hilfreich war dabei, dass Salzburg-Torhüter Cican Stankovic, der wieder den Vorzug vor Alexander Walke bekommen hatte, offenbar ausrutschte und so nicht zum Ball springen konnte.

Dagegen halten

Auch nach dem Treffer zogen sich die Niederösterreicher nicht komplett zurück, sondern hielten dagegen. Salzburg fand mit der Zeit aber besser ins Spiel. Bei der vorerst besten Ausgleichschance agierte Minamino in der 19. Minute nicht ideal, da er beim Abschluss leicht wegrutschte. Bei seiner zweiten Möglichkeit stellte sich der Japaner besser an, wobei ihm Riegler die Aufgabe sehr einfach machte: Der Schlussmann ließ einen nicht sonderlich scharfen Schuss von Valon Berisha aus, Minamino brauchte aus kurzer Distanz nur noch finalisieren.

Wenig später verhinderte Riegler gegen Minamino das 1:2. Ein Foul von Schlager an Daniel Schütz im Strafraum führte dann in der turbulenten Schlussphase der ersten Hälfte zu einem Elfmeter für die Hausherren. Doumbouya scheiterte aber an Stankovic, der sich in die richtige Ecke warf.

Deckel drauf

In die richtige, nämlich die linke Ecke traf in der 54. auch Rzatkowski mit einem überlegten Schuss von halbrechts nach einer schönen Kombination über Berisha und Andreas Ulmer. Salzburg hatte die Partie nun unter Kontrolle, St. Pölten schoss das erst in der 65. Minute wieder auf das gegnerische Tor, Stankovic wehrte den Versuch von Hofbauer ab. Gefährlicher wurde die Lederer-Elf nicht mehr.

So köpfelte Minamino die Gäste nach Lainer-Flanke endgültig auf die Siegerstraße. Bitter für Salzburg war allerdings das verletzungsbedingte Ausscheiden von Ulmer in der Schlussphase. Der Teamspieler verletze sich am Knöchel. (APA, 5.11.2017)

Bundesliga, 14. Runde, Sonntag

SKN St. Pölten – Red Bull Salzburg 1:3 (1:1)
NV-Arena, 2.850 Zuschauer, SR Weinberger

Torfolge:
1:0 (6.) Huber
1:1 (35.) Minamino
1:2 (54.) Rzatkowski
1:3 (80.) Minamino

St. Pölten: Riegler – Ingolitsch, Huber, Muhamedbegovic, Bajrami – Rasner – Schütz, Ambichl (89. Sobczyk), Hofbauer, Balic – Doumbouya (63. Riski)

Salzburg: C. Stankovic – Lainer, Onguene, Caleta-Car, Ulmer (89. Farkas) – Rzatkowski (76. Haidara), Samassekou, X. Schlager, Va. Berisha – Yabo, Minamino (81. Gulbrandsen)

Doumbouya scheiterte mit einem Elfmeter (45+3.) an Stankovic

Gelbe Karten: Muhamedbegovic, Rasner, Hofbauer bzw. Onguene, Farkas

Stimmen zum Spiel:

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Da war heute ein wichtiger Sieg für uns, den wir uns gegen eine gute Mannschaft aus St. Pölten hart erarbeitet haben. Der SKN war zu Beginn die bessere Mannschaft. Es war auch wichtig, dass wir nicht mit einem Rückstand in die Pause gehen. Zur Pause war uns klar, dass St. Pölten sehr intensiv gespielt hat und in der zweiten Halbzeit dann auch Räume aufgehen werden. So war es heute meiner Meinung nach ein verdienter Sieg gegen starke St. Pöltner, die nicht wie ein Tabellenletzter gespielt haben."

Über den verletzten Andreas Ulmer: "Er hat Schmerzen, der Fuß ist leicht geschwollen. Er fährt jetzt einmal mit nach Salzburg, und die Ärzte schauen sich das an. Ich wünsche ihm natürlich, dass er zum Team kann."

Oliver Lederer (St.-Pölten-Trainer): "Ich wünsche dem Andi Ulmer auf diesem Weg alles Gute. Zum Spiel brauche ich nichts mehr zu sagen, Marco hat das perfekt analysiert. Ich schließe mich dem zu hundert Prozent an."

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