William Shaws "Der gute Mörder": Schweigen und Flüchten

    8. November 2017, 13:26
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    Die Geschichte des britischen Krimiautors mit politischem Hintergrund braucht keinen übergeschnappten Serienmörder

    Eine Jugend in Nordirland, protestantische Siedlungen, umgeben von Katholiken und Paramilitärs, Morde, Verrat, Rache, Fanatismus – in einer solchen Umgebung muss man schnell erwachsen werden.

    Billys Vater, ein Tyrann und Terrorist, ist ermordet worden. Billy, 13, und seine Mutter wissen, was sie zu tun haben: schweigen. Noch besser ist es, die Gegend für immer zu verlassen, an die beide nur grässliche Erinnerungen haben.

    Ein halbes Leben später arbeitet Bill als Polizist in Kent, lebt einigermaßen einsiedlerisch, wenn er nicht arbeitet, beobachtet er Vögel. Als sein Freund und Vogelexperte, umgebracht wird, gibt es einen willkommenen Verdächtigen. Es ist ein Landstreicher, den Bill von früher kennt. Mit ihm kommt die Vergangenheit zurück.

    William Shaws Geschichte mit politischem Hintergrund braucht keinen übergeschnappten Serienmörder, der geheimnisvolle Botschaften hinterlässt. Ein ordentlicher Showdown mit einem Geständnis tut's auch. Ein unaufgeregter Krimi von einem Könner. (Ingeborg Sperl, Album, 8.11.2017)

    • William Shaw, "Der gute Mörder". Deutsch: Christiane Burkhardt.  € 15,40 / 364 Seiten, Suhrkamp-Verlag 2017
      foto: suhrkamp

      William Shaw, "Der gute Mörder". Deutsch: Christiane Burkhardt. € 15,40 / 364 Seiten, Suhrkamp-Verlag 2017

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