Seat Arona und VW T-Roc: Die neuen Kleinen

    3. November 2017, 10:34
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    Seat Arona und VW T-Roc sind die beiden SUV-Neuzugänge aus dem Volkswagen-Konzern und erweitern das SUV-Angebot um die kleineren Segmente

    Cascais/Barcelona – 700 Prozent. Um so viel ist das Segment, in das Seat nun mit dem Arona drängt, in den vergangenen sechs Jahren gewachsen. Und ein Ende ist nicht absehbar. Davon ist Antonio Valdivieso, Chef der Produktkommunikation bei Seat, überzeugt.

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    Der Seat Arona erschließt für Seat ein neues, kleineres SUV-Segment.

    Kleine, handliche SUVs und Crossover, die eine hohe Sitzposition mit geländegängiger Optik kombinieren und viel Platz im Innenraum versprechen, boomen in Europa. Gut, in Nordamerika schaut die Sache anders aus – aber dort gibt es ja auch den VW Atlas, den man in China als Teramont verkauft und der bei uns gleich gar nicht auf den Markt kommt, weil die Stückzahlen eines solchen SUV-Riesen hierzulande zu gering prognostiziert wurden.

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    Der T-Roc ist der vorerst kleineste SUV von VW.

    Doch zurück zum Arona, auf den die Seat-Leute schon mit den Füßen scharrend gewartet haben, weil es schwerer ist, Boden am Markt wieder gutzumachen, wenn man nicht bei den Ersten dabei war. Dacia Duster, Peugeot 2008, Opel Mokka X und Renault Captur haben den Acker schon bearbeitet. Kia und Hyundai starten mit Stonic und Kona gerade.

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    Das Design erinnert an den Ibiza.

    Die Konkurrenz steht also gut im Futter, was dem hochbeinigen Seat Ibiza – der Arona baut ebenfalls auf dem modularen Querbaukasten Version MQB-A0 auf, wie eben Ibiza und Polo – trotzdem keine allzu großen Sorgen machen dürfte. Zumindest nicht in Österreich, dem Land, in dem die Spanier, abseits vom Heimatmarkt, den größten Marktanteil haben.

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    Der Innenraum des Arona.

    Dem Arona kommt entgegen, dass er viele Designzitate vom Ibiza übernimmt, aber trotzdem ganz eigenständig daherkommt. Auch die Art, wie er sich fährt, trifft die Erwartungen sehr gut. Er lässt sich sehr agil über die spanischen Bergstraßen treiben, ohne dass man auf den Zwischenetappen eine komfortable Federung vermisst. Weil, klar, Rennwagen ist er keiner mit seinen maximal 150 PS Leistung. Wie er auch kein Geländewagen ist. Crossover halt, mit Vorderradantrieb. Urbaner Abenteurer. Das gehört halt so.

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    Schon auch deswegen, um dem Konzernbruder von Volkswagen nicht allzu sehr ins Revier zu fahren. Der VW T-Roc ist zwar neun Zentimeter länger als der Arona, was bei manchem Kunden den großen Unterschied aber noch nicht ausmachen würde. Doch Volkswagen positioniert seinen bis jetzt kleinsten SUV zur Sicherheit ganz anders.

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    Auffallend bei T-Roc und Arona ist das Farbenspiel mit dem Dach.

    Beim Seat Arona gibt es allein schon ganze 68 Kombinationen der Wagen- und Dachfarben, aus denen man wählen kann, beim VW T-Roc sind es 24. Beiden gemein ist aber das Farbenspiel mit dem abgesetzten Dach, bei dem die A-Säule mitangepinselt wird – beim Arona zudem auch noch ein Teil der C-Säulen.

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    Der Arbeitsplatz im T-Roc.

    Sehr selbstbewusste, nicht austauschbare Designs gibt es dort wie da, auch wenn man merkt, dass sich beide aus dem gleichen Pool von Ideen, Teilen und Techniken bedienen. Umso spannender sind die Unterschiede zwischen den beiden Fahrzeugen.

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    Der Laderaum des T-Roc.

    So wirkt der T-Roc nicht nur wegen der paar Zentimeter mehr deutlich erwachsener, er hat auch die stärkeren Motoren im Programm – und es gibt ihn mit Allradantrieb. Er ist deutlich komfortabler abgestimmt und hat noch mehr an elektronischen Spielereien verbaut wie schon vom Start weg das virtuelle Cockpit.

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    Die Heckansicht des T-Roc.

    Auch optisch liegen die beiden weit auseinander, der VW wirkt auch hier seriöser, ohne graue Schläfen zu haben. Der Seat hingegen macht ordentlich selbstbewusst auf rassigen Spanier. Auch schon mit dem Namen, der sich vom gleichnamigen Ort im Süden Teneriffas herleitet. VW hat aber nicht auf Wenigstedt oder Westerland zurückgegriffen, sondern brav ein T an den Anfang gestellt, wie bei Tiguan und Touareg, und dann den Rock, den Stein verneugermanisiert. Das soll den Weg in die große weite Welt ebnen. Egal, am Namen wird es letzten Endes nicht liegen. (Guido Gluschitsch, 3.11.2017)

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