"Call of Duty: WW2" erschienen: Nazi-Zombiehorden ohne Holocaust

    Presseschau3. November 2017, 11:41
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    Tester loben starke Inszenierung und Multiplayer-Modi, die Kampagne gefällt weniger

    Die Shooter-Serie "Call of Duty" ist zurück zu ihren Wurzeln gelangt: Das gerade eben erschienene "Call of Duty: WW2" führt Spieler abermals in die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs und lässt sie zudem in Multiplayer-Modi gegeneinander antreten und auch gemeinsam gegen Nazizombies in den Kampf ziehen. Laut den Kritikern ist das Comeback vor allem dank des Multiplayer-Parts gelungen, die Einzelspielerkampagne hingegen lässt viele Rezensenten enttäuscht zurück.

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    So spielt sich "Call of Duty: WW2".

    Geschönte Schrecken

    Ein Problem an "Call of Duty: WW2" scheint den Rezensionen zufolge zu sein, dass Entwickler Sledgehammer Games fortwährend versucht, einen Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und purer Unterhaltung zu machen. Schlecht gelungen sei dies nicht nur laut der Seite Polygon bei der Kampagne. "Die Aussicht auf eine moderne Herangehensweise an den Zweiten Weltkrieg ist aufregend. Was könnten die vergangenen zehn Jahre an Gameplay-, Grafik- und Erzähltechnik-Fortschritten für Szenen tun, die wir bereits gesehen haben? Doch Leider ist die Kampagne von 'WW2' dieser Herausforderung nicht gewachsen und greift auf gelernte Klischees und Altbekanntes zurück. Wenngleich es zu der Ära des klassischen 'Call of Duty' zurückkehrt, fängt es weder das Überraschungsmoment der ersten Games ein noch die Ambition der neueren Werke." Besonders ärgerlich sein, dass die Entwickler zwar sehr viel Arbeit in die Darstellung des Kriegsschauplatzes und der Schrecken der Schlachtfelder gesteckt hätten, die Verbrechen des Holocaust an der Zivilbevölkerung jedoch fast komplett außen vor gelassen haben. "'Call of Duty: WW2' spricht das Thema in einer interaktiven Sequenz an, doch dieser Versuch fühlt sich wie ein halbherzig an. Gezeigt wird die schreckliche Behandlung von Kriegsgefangenen, ohne auch nur einmal die Ermordung von Zivilisten zu nennen oder die Existenz von Konzentrationslagern. Dabei soll die Szene das Schlechteste an den Nazis deutlich machen, wenngleich die Wahrheit noch viel düsterer ist. Das Spiel versucht wie großartige Weltkriegsfilme zu sein, ist aber im Gegensatz zu diesen Filmen nicht gewillt, die volle Länge zu gehen, um die Wahrheit so düster und monströs zu zeigen, wie sie ist."

    Gelungener Multiplayer

    Diese Diskrepanz zwischen Realität und Spiel falle im Kampfgeschehen und bei dem gelungenen Multiplayer-Modus hingegen weniger auf. Im Gegenteil, was die Inszenierung des Krieges selbst betrifft, hätten sich die Entwickler ins Zeug gelegt. "Wenn jeder Shooter, der im Europa des Zweiten Weltkriegs angesetzt ist, daran gemessen wird, wie er die Landung der Alliierten am D-Day inszeniert, dann ist 'Call of Duty: WW2' mit seinem eindrucksvollen Design ein Erfolg", schreibt Gamespot. "Das Gefühl, in einem Truppentransporter zu fahren, der sich dem Strand nähert, hat mich mehr mit Depression als mit Angst erfüllt, da ich wusste, dass ich letztlich überleben würde, während viele Kameraden um mich herum sterben würden. Wenngleich nicht so emotional, erweist sich die Interpretation dieser Schlacht im Missions basierten 'Kriegsmodus' als eines der Highlights im ausgezeichneten Portfolio der kompetitiven Mehrspielermodi."

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    Nazi-Zombies in "Call of Duty: WW2".

    Nazi-Zombies als Schreckgespenster

    Ebenso gelungen sei laut dem Magazin Gameinformer der neue kooperative Zombiemodus. "'Nazi Zombies' ist die bisher gruseligste Version des Modus und umfasst Jump-Scares genauso wie eine okkulte Vision des finalen Dritten Reichs. Der Fokus liegt auf der Erkundung. Spieler müssen weit mehr machen, als Legionen an Zombies niederstrecken, wie zum Beispiel Hinweise in Gemälden finden, Generatoren hochfahren oder eine Waffen-Upgrade-Station aufsperren", heißt es in dem Test. Dadurch fühle es sich mehr wie eine strukturierte Geschichte an. "Wenngleich es die Kampagne nicht schafft, eine überzeugende Geschichte zu erzählen und oft im uninteressanten Abschlachten verkommt, meistert 'Call of Duty: WW2' den Multiplayer, den neuen sozialen Hub und den Zombie-Modus, die wieder ein bodenständiges Erlebnis bieten, nach dem sich die Fans seit den Ausflügen der Serie in den Weltraum gesehnt haben." (zw, 3.11.2017)

    "Call of Duty: WW2" ist ab 18 Jahren für PC, PS4 und Xbox One erschienen. UVP: 59,99 Euro.

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    Zum Thema: "Wolfenstein 2" bietet eine satirische, aber nicht weniger grausliche Interpretation der Nazi-Schrecken.
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