Industrie in längster Aufwärtsphase seit zwanzig Jahren

31. Oktober 2017, 11:04
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Industrie steuert 30.000 von heuer 70.000 neuen Jobs bei, wie eine Analyse der Bank Austria zeigt

Wien – Derzeit überschlagen sich die positiven Meldungen zur Austro-Konjunktur regelrecht. So dauert die Hochkonjunktur der Industrie an und verzeichnet die längste Aufwärtsphase seit zwanzig Jahren, berichtet die Bank Austria in ihrem Einkaufsmanagerindex für den Oktober. Der Beschäftigungsaufbau hat im ablaufenden Monat demnach auch an Schwung gewonnen.

Neuaufträge gab es für die heimischen Betrieb seit knapp zwei Jahren Monat für Monat mehr. Die Auftragslage ist laut Bank Austria auch jetzt, zu Beginn des Schlussquartals 2017 "ausgezeichnet", auch wenn die Dynamik im Neugeschäft seit vier Monaten in Folge leicht nachlässt.

"Mit Beginn des Herbsts hat die österreichische Industriekonjunktur zwar ein Wenig vom besonders kräftigen Schwung der Sommermonate eingebüßt, das Wachstumstempo ist dank der anhaltend starken Nachfrage aus dem Ausland jedoch weiterhin hoch", so UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. "Das zeigt der mit 59,4 Punkten im Oktober gegenüber dem Vormonat unveränderte UniCredit Bank Austria Einkaufsmanagerindex."

Mehr Beschäftigte

Im Oktober gab es steigende Auftragseingänge und ein Produktionsplus. Beide Indikatoren fielen etwas geringer aus als im September, der Beschäftigungsaufbau hat sich im Vergleich aber beschleunigt, so Bruckbauer. Schon seit eineinhalb Jahren nimmt die Beschäftigung in der Sachgütererzeugung zu. Für heuer ist ein Plus von 3 Prozent bzw. 18.000 Jobs auf insgesamt rund 600.000 Arbeitsplätze zu erwarten.

Damit trägt die Industrie überdurchschnittlich stark zur laufenden Verbesserung der Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bei, denn sie sorgt für rund ein Viertel der etwa 70.000 neuen Arbeitsplätze, die in Österreich 2017 entstanden sein werden. Besonders viel Arbeitsstellen kommen im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie in der Nahrungsmittelerzeugung dazu, so die Bank Austria.

"Auch der starke Preisauftrieb bei Vormaterialien, steigende Auftragspolster und die Verlängerung der Lieferzeiten zeugen von einer bisher kaum verminderten Stärke des Konjunkturaufschwung in der heimischen Industrie", sagt Bruckbauer über Detailergebnisse der Umfrage unter Einkaufsmanagern.

Der Oktober-Indikator übersteigt die Neutralitätslinie von 50 Punkten, über der Wachstum in der Industrie angezeigt wird, noch sehr deutlich und auch den langjährigen Durchschnitt von 52 Punkten. Die bisherigen heurigen Spitzenwert vom Sommer mit mehr als 60 Punkten dürfte hingegen nicht mehr erreicht werden. (APA, 31.10.2107)

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