Heiteres "Zentrum" der Politmutmaßungen: "Einen Furz ernten!"

30. Oktober 2017, 16:02
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Strache und Kurz hätten "Sturm gesät", ihre Wähler würden aber "einen Furz ernten"

Aus Mangel an Liveübertragen der koalitionären Anbahnungsgespräche dreht der Grübelgeist seine Runden auf dem Karussell der Mutmaßungen. Selbige dürfen Im Zentrum (Was bringt das neue Schwarz-Blau?) dennoch den Charakter echter Prophezeiungen annehmen.

Unbeeinflusst vom Sympathiezauber zwischen den Chefverhandlern (Heinz-Christian Strache zu Sebastian Kurz: "Dahinter steckt ein aufrichtiger Mensch!"), mutmaßt Robert Menasse, Strache und Kurz hätten "Sturm gesät, ihre Wähler" würden aber "einen Furz ernten". Historiker Lothar Höbelt lässt das zwar unkommentiert.

Des Literaten – seiner "Darmwinde"-Vermutung – nachgereichte Sorge über den Erhalt repräsentativer Demokratie kontert Höbelt aber mit Verweisen, die direkte Demokratie sei doch sozialdemokratische Tradition. Später beschuldigten Menasse und der FPÖ-Denker einander giftig, Propagandaopfer zu sein. Höbelt gab sich zwar selbstkritisch ("Wenn sie mich in der Früh anrufen, sage ich alles Mögliche"). Dennoch musste Max Schrems, Datenschutzaktivist, für Menasse bisweilen das Wortrecht einfordern.

Nicht nötig bei NZZ-Korrespondentin Meret Baumann und Konrad Paul Liessmann. Zwar lastete auf dem Philosophen die Moderatorinnenfrage, wie das Land sich nun verändern würde. Mit "Ich bin nicht der Kanzler!" streifte Lissman das Gewicht ohne Fremdhilfe ab. So blieben aber alle Fragen offen. Auch jene zum Verhüllungsverbot – mit der Subfrage, ob es Halloween-Amnestie für Burkaträgerinnen geben würde. (Ljubiša Tošić, 30.10.2017)

  • Robert Menasse bei "Im Zentrum".
    foto: screenshot / orf tvthek

    Robert Menasse bei "Im Zentrum".

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